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Marktabgrenzung, Marktbeherrschung, Markttransparenz und Machtmissbrauch auf den Großhandelsmärkten für Elektrizität

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Franz Jürgen Säcker

Die vom Bundeskartellamt vorgelegte Sektoruntersuchung Stromerzeugung und Stromgroßhandel hat die bislang vom Amt vertretene Auffassung einer duopolitischen Beherrschung des Großhandelsmarktes für Elektrizität durch E.ON und RWE durch eine neue Sicht modifiziert. Es geht nunmehr von einem Viereroligopol, bestehend aus RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW, aus. Aufgrund marktstrukturierter Besonderheiten des Strommarktes seien die vier Unternehmen aber in der Lage, trotz Einrichtung des EEX-Börsenhandels und trotz wachsender Stromimporte als quasimonopolistische Marktbeherrscher zu agieren. Die Studie unterwirft die Marktanalyse des Bundeskartellamtes kritischer Betrachtung und kommt angesichts der durch erneuerbare Energien und neue Marktdaten geprägten Situation zu anderen Ergebnissen.
Franz Jürgen Säcker studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Münster, Köln, Bonn und Genf und promovierte in beiden Fächern. Er habilitierte sich für die Fachgebiete Zivilrecht, Handels-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht. Es folgten Rufe an die Universitäten Augsburg, Berlin, Bielefeld, Innsbruck, Hamburg, Kiel und Tübingen. Er war 10 Jahre Richter am Kartellsenat des Kammergerichts und ist seit 1994 Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Regulierungsrecht der Freien Universität Berlin. Der Autor leitet zugleich das Institut für Energie- und Regulierungsrecht Berlin e.V. und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Arbeitskreis für Regulierungsfragen der Bundesnetzagentur.