Show Less
Restricted access

Theodor Wolff und der Erste Weltkrieg 1914-1918

Ein Journalist zwischen Anpassung und Rebellion

Series:

Birgit Zimmer-Wagner

Diese Arbeit beleuchtet am Beispiel Theodor Wolffs, des Chefredakteurs des Berliner Tageblattes, die verschiedenen Phasen der öffentlichen Diskussion um die Ziele des Ersten Weltkriegs, aber auch die Sicht eines betroffenen Journalisten. Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen werden aus Wolffs Perspektive die Grundlinien und Veränderungen der Presse- und Kommunikationspolitik nachgezeichnet. In dem Maße, in dem sich die Rahmenbedingungen für die Presse verschärften, änderte Wolff auch seine Haltung gegenüber den Offiziellen des Kaiserreiches. Der Weg des zunehmend unabhängiger agierenden Journalisten führte von der anfänglichen Anpassung an die Vorgaben der Reichs- und Militärleitung bis hin zur offenen Rebellion im Jahr 1916. Neben der offiziellen Rolle des Journalisten wird auch das jüdische Element im Wirken und der Person Wolffs untersucht, der seine jüdische Herkunft nicht verschwieg, sondern das Berliner Tageblatt trotz vieler antisemitischer Angriffe als Sprachrohr des deutsch-jüdischen Liberalismus verstand.
Aus dem Inhalt: Persönliche Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg – Der Chefredakteur im Wilhelminischen Deutschland – Der Weg in die Julikrise 1914 – Wolff in den ersten Kriegsmonaten: These vom Verteidigungskrieg, schneller Friedensschluß mit den Westmächten – Wolff und die Kriegszielbewegung bis zur Abfassung der «Dernburg-Delbrück Denkschrift» – Erste Konflikte Wolffs mit der Reichsleitung – Die innen- und außenpolitische Entwicklung bis zum Verbot des Berliner Tageblattes 1916 – Wolff und der Primat der Innenpolitik – Die «Campagne» Wolffs für parlamentarische Reformen – Demokratisierung als Voraussetzung für einen Verständigungsfrieden – Außenpolitische Rückwirkung auf die Parlamentarisierung in Deutschland – Wolffs publizistisches Engagement bis zur Abdankung Wilhelms II.