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Von der göttlichen Logik zur menschlichen Politik

Zum Verhältnis von Philosophie und Gesellschaft bei Platon und Aristoteles

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Markus Arnold

Die Interpretationen in diesem Band verfolgen das Ziel, das antike Ideal des Wissens historisch zu rekonstruieren, dem die klassische Philosophie ihre Gestalt verdankt. Denn bei Platon und bei Aristoteles hat die Wissenschaft noch Funktionen zu erfüllen, von denen heute in einer modernen Gesellschaft nur selten die Rede ist: Sie unterhält Beziehungen zu Fragen der antiken Religion, sie will die menschliche Seele von «Schlamm» befreien und der Begründung einer wahren Ordnung der Gesellschaft dienen. Der Weg von der göttlichen Logik zur menschlichen Politik ist der steile Weg des Philosophen, auf dem er sich denkend abmüht. Winkt ihm dort oben auch die Glückseligkeit der Götter, stellt sich dem Philosophen hier doch zuallererst die Frage: Welche Politik?
Aus dem Inhalt: Warum muß bei Platon der Mensch zuerst lernen, wie man tanzt und musiziert, bevor seine Seele bereit ist für die Philosophie? Wie kann er der Mathematik und der Astronomie eine propädeutische Funktion für die Philosophie zusprechen, während heute kaum ein Philosoph an diese einen Gedanken verschwendet? - Und bei Aristoteles: Woher bezieht die aristotelische Logik ihre Fähigkeit, mit ihren Deduktionen unser Denken dem Denken Gottes anzugleichen? - Welche Vorstellung der Natur leitet sein Denken, wenn er mit ihr einerseits das philosophische Streben nach Wissen und politischer Freiheit begründen kann, er ihr aber andererseits zugleich die Rechtfertigung einer «Sklaverei von Natur» aufbürdet?