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«Franzose wäre ich gern gewesen.»

Zur Rezeption französischer Literatur bei Thomas Bernhard

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Walter Wagner

Gegenstand dieser Untersuchung ist die französische Literatur von Rabelais bis Camus als Vorbild und Inspiration für das Schreiben von Thomas Bernhard. Ausgehend von den Intertextualitätsmodellen Gérard Genettes und Annick Bouillaguets untersucht der Autor Spuren einschlägiger Lektüren und bietet erstmals eine organische Zusammenschau thematischer Verknüpfungen. Im Vergleich französischer Prätexte mit Bernhards OEuvre werden Motive und Methoden literarischer Bezugnahme nachvollzogen und interpretiert. Dabei kristallisieren sich Pascal, Montaigne und Voltaire als wichtigste Stichwortgeber in Bernhards Figurenkosmos heraus. Bisher vernachlässigte Verbindungslinien, wie etwa zu Descartes und Rousseau, Valéry, Artaud und Ionesco, werden zudem vertieft und im Kontext entschlüsselt. Insgesamt ergibt sich ein neuartiger Einblick in Bernhards Rolle als Vermittler französischer Literatur in Österreich.
Aus dem Inhalt: Intertextuelle Kategorien: Zitat, Referenz, Plagiat, Allusion - Statistik und Analyse des empirischen Materials - Thanatos: Tod; Suizid; Krankheit und Ärzte; Le divertissement; Wahnsinn; Genie und Geistesnarren; Dialektik der Isolation - Eros: Sprachkritik und Sprachskepsis; Die Fährnisse der Autobiographie; Montaigne; Die Welt als Bühne - Ergebnisse.