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Antisemitismus ohne Juden

Die Zweite Republik, die antirepublikanische Rechte und die Juden.- Spanien 1931 bis 1936

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Manfred Böcker

Obwohl im Spanien der Zweiten Republik (1931-1936) nur wenige tausend Juden wohnten, gehörten antisemitische Denkmuster und Propaganda zur politischen Kultur der republikfeindlichen Rechten. In dem Jahrfünft vor dem Bürgerkrieg suchten Autoren dieses politischen Spektrums den historischen Antisemitismus in Spanien zu rechtfertigen. Sie kritisierten den Enthusiasmus einiger republikanischer Intellektueller für die sephardischen Juden und identifizierten die ungeliebte erste Demokratie in Spanien mit der ‚jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung‘. Dieser Antisemitismus ohne Juden war von einem katholischen Nationalismus geprägt. In der Sicht auf die nationalsozialistische Judenfeindschaft offenbarten spanische Autoren der radikalen Rechten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen katholischem und völkischem Antisemitismus. Die Studie wertet erstmals das rechtsradikale Schrifttum der Zweiten Republik systematisch auf die Position seiner Autoren zu diesem Themen aus. Das in Tageszeitungen, Wochenschriften, verschwörungstheoretischen Pamphleten und anderen Texten dokumentierte antisemitische Denken wird beschrieben und analysiert, die jeweiligen Autoren werden politisch verortet. Ein Ausblick auf die Zeit nach dem Juli 1936 skizziert Charakter und Funktion des antisemitischen Diskurses während des Bürgerkriegs und im autoritären Regime Francos.
Con un resumen en castellano.
Der Autor: Manfred Böcker wurde 1967 in Epe geboren. Er studierte Geschichte sowie spanische Literatur und Sprache in Münster und València. Im Oktober 1998 promovierte er im Fach Neuere Geschichte an der Universität Münster. Seitdem arbeitet er als Studienreiseleiter und Redakteur.