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Das Februarpatent in der Praxis

Wahlpolitik, Wahlkämpfe und Wahlentscheidungen in den böhmischen Ländern der Habsburgermonarchie 1861-1871

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Bernd Rottenbacher

Das 1861 in Österreich erlassene Februarpatent gestattete auf Länderebene wahlgeometrisch ausgeklügelte Wahlen auf kurialer Grundlage. In den böhmischen Ländern zeigte sich bei den im folgenden Jahrzehnt abgehaltenen Landtagswahlen kaleidoskopisch sowohl alle Elemente des vormodernen Wahlbetriebs als auch die Grundprobleme der Habsburgermonarchie als eines Vielvölkerstaates: Parteien entstanden aus Honoratiorencomités, eine politische Differenzierung der Gesellschaft wurde auf den Weg gebracht und sowohl die Radikalisierung im Zeichen des Nationalismus als auch das ungelöste Problem einer geeigneten Repräsentation des Volkes oder der Länder gegenüber der zentralistisch-bürokratischen Staatsspitze zeigten immer deutlicher die Reformunfähigkeit des Gebildes.
Aus dem Inhalt: Der Staat und die Wahlen in den böhmischen Ländern 1861 bis 1871 – Politische Orientierung und Ordnungsschemata – Die Wahlergebnisse – Analyse des Wahlverhaltens.