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Passive Euthanasie

Probleme beim Behandlungsabbruch bei Patienten mit apallischem Syndrom

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Matthias Nagel

Immer wieder wird in der Öffentlichkeit die Thematik zulässiger Sterbehilfe thematisiert. Dabei geht es meistens um die Frage der Zulässigkeit der Sterbehilfe auf ausdrücklichen Wunsch des todkranken Patienten, beispielsweise durch die Gabe von Gift. Im Mittelpunkt steht dabei das Spannungsverhältnis des erklärten Sterbenswunsches des Patienten und der strafrechtlichen Sanktion solcher Sterbehilfe nach dem StGB. In dieser Arbeit soll beleuchtet werden, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Behandlungsabbruch, als Form passiver Sterbehilfe, bei Patienten zulässig ist, die am apallischem Syndrom leiden («Wachkomapatienten»). Solche Patienten können oft jahrelang im Wachkoma liegen und sind vollständig von der medizinischen Betreuung und Apparatur abhängig. Sie haben zum Zeitpunkt der Entscheidung keine Möglichkeit mehr, sich selbst zu dieser Frage zu äußern. Daher wird ebenfalls untersucht, wie das Selbstbestimmungsrecht des Patienten in diesen Fällen durch Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten gesichert werden kann. Schließlich soll es um die Frage gehen, ob eine gesetzliche Regelung nicht in diesem Bereich für Rechtssicherheit sorgen könnte.
Aus dem Inhalt: Medizinische Indikation des Wachkomapatienten – Strafrechtliche Einordnung des «technischen» Behandlungsabbruchs – Voraussetzungen für die Zuverlässigkeit eines einseitigen Behandlungsabbruchs – Zulässigkeit des Behandlungsabbruchs aufgrund Unverhältnismäßigkeit von wirtschaftlichem Aufwand und Erfolg – Mögliche Regelung des Behandlungsabbruchs de lege ferenda.