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Lebenswelt und Unparteilichkeit

Kriterien für eine Rechtsanwendungslehre am Beispiel der Analyse von fünf Hauptverhandlungen in Strafverfahren

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Gregor Kuntze-Kaufhold

Gibt es eine Unparteilichkeit in der Rechtsanwendung? Wenn ja, lässt sie sich beobachten? Worin zeigt sie sich? Anhand dieser Leitfragen entwirft der Autor das Modell einer individuell verschiedenen, lebensweltlich geprägten Praxis der Rechtsanwendung. In dieser Wendung bezieht sich der Justizgewährungsanspruch auf professionelle Mindeststandards. Ob sich diese Standards einlösen lassen und wie die Praxis mit ihnen verfährt, wird im zweiten Teil der Arbeit untersucht. Ihm liegen Fallanalysen auf der Grundlage von fünf vollständig aufgezeichneten und transkribierten Hauptverhandlungen zugrunde. Im dritten Teil werden die zutage getretenen Kriterien einer Prüfung unterzogen, insbesondere was ihre Tauglichkeit für eine Rechtsanwendungslehre angeht.
Aus dem Inhalt: Hoher Stellenwert der Unparteilichkeit in inquisitorischen Prozessordnungen – Die Abgrenzung von Vorwissen, Nichtwissen, Wissenwollen und Nichtwissenwollen – Von der lebensweltlichen Befangenheit – Wie funktioniert Unparteilichkeit in der Praxis? – Rechtfertigung der objektiven Hermeneutik als Untersuchungsmethodik – Die Fallanalysen – Die Ableitungen: Introspektion und Empathie als einzuforderndes Minimum – Negativ- und Positivkriterien – Supervision als Mittel zur Selbstkontrolle – Stärkung der richterlichen Selbstverwaltung und Fortbildung.