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«Kunstsehen» – Literarische Konstruktion und Reflexion von Gemälden in E.T.A. Hoffmanns «Serapions-Brüdern» mit Blick auf die Prosa Georg Heyms

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Melanie Klier

Obskure Blicke auf der Leinwand, Trompe-l’œil-Effekte im Text – E.T.A. Hoffmann ist ein Meister verwirrender Optik. In den Serapions-Brüdern inszeniert er sie in Auseinandersetzung mit bildender Kunst. Er versprachlicht Gemälde von Zeitgenossen – ohne nur nachzuerzählen oder eins-zu-eins-setzende Mimesis zu intendieren. Mit der intermedialen Methodik Kunstsehen führt die Autorin Bild-Text-Relationen des Romantikers als signifikante Umgestaltung von Artefakten vor und demonstriert deutliche Wahrnehmungsverschiebung innerhalb der Literatur-Bilder. Gefragt wird dabei, inwieweit Gemälde Hoffmann – und Georg Heym – Medium eigener poetologischer Reflexion sind. Denn auch Der Dieb des Expressionisten spielt mit Adaption berühmter Kunst und operiert auf eigentümlich «romantische» Kunstbetrachtungsart mit optisch-bildnerischen Perzeptionsformen. Immer aber bleibt der richtige Blick für Sehen von Kunst präsent.
Aus dem Inhalt: Doge und Dogaresse als Prototyp der literarischen Gemäldekonstruktion und poetologischer Reflexionsrahmen – Die vermeintliche Kategorie der Anregung oder der inszenierte Dekorumsgedanke – Dekonstruktion als Konstruktion: Das Auflösen der Perspektive – Die Fermate: Ein Gemälde des Augenblicks – Frozen picture und die Folgen: Die mehrfache Funktionalisierung des Tableau vivant – Das gemalte Gedankenbild als musikalisches Augenblicksstück oder die zu improvisierende Kadenz – Kunstsehen - Georg Heyms literarisches Mona-Lisa-Gemälde Der Dieb: Ein nächtliches Porträt des Blickkampfes.