Show Less
Restricted access

Die politische Ökonomie der privaten Bereitstellung öffentlicher Güter

Ein vernachlässigtes Grundproblem der Finanzwissenschaft

Series:

Universität Freiburg i.Br.

Das Versagen der privaten Bereitstellung öffentlicher Güter aufgrund sozialer Dilemmata gilt als zentraler Ansatzpunkt zur Rechtfertigung staatlicher Tätigkeit. Dem wird mit spieltheoretischen Methoden ein politisch-ökonomischer Ansatz entgegengestellt, der die Relevanz sozialer Dilemma-Strukturen bestreitet und die Bedeutung privater Bereitstellung für die Entwicklung gesellschaftlicher Machtbeziehungen mit entsprechenden sozialen Institutionen herausstellt. Klassische Thesen der privaten Unterversorgung und der Neutralität staatlicher Bereitstellung verlieren ihre konzeptionelle und praxisrelevante Bedeutung. Öffentliche Güter werden für strategische Verpflichtungen und zum Aufbau politischer Reputation herangezogen. Insbesondere begründen private Bereitstellungsaktivitäten die Stabilität und Dynamik verschiedener Herrschaftsformen. Die politische Ökonomie der privaten Bereitstellung bietet damit ein Fundament zur Begründung staatlicher Aktivitäten, das sich vollständig vom bislang gültigen Kanon unterscheidet, und führt zu einer neuen positiven wie normativen Logik öffentlicher Ausgabentätigkeit.
Aus dem Inhalt: Systematik der Güterbereitstellung – Politisch-ökonomisches Grundmodell der privaten Bereitstellung öffentlicher Güter – Aspekte des Konflikts um die Bereitstellungsmacht – Autokratische vs. gemeinschaftliche Bereitstellungsmechanismen unter Unsicherheit – Asymmetrische Information und Reputation bei der Errichtung des Bereitstellungsregimes.