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Macht macht Kriminalität

Eine strukturale Analyse und ein Methodenkonzept zur Psychologie der Macht und des kriminellen Subjekts

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Reiner Maue

Der Gesetzestreue ist genau so wenig nur gut, wie der Kriminelle nur schlecht ist. Beide sind sowohl gut als auch schlecht. Die gesellschaftlichen Rollen, die den beiden Personen zugewiesen werden, können sich zudem, insbesondere bei politischen Straftätern, schlagartig umkehren. Das bedeutet, dass Kriminalität nicht aus den Niederungen menschlicher Existenz empor steigt; es gibt kein natürliches Milieu der Devianz. Stattdessen ist Kriminalität nur ein Begriff, aber zugleich auch ein stigmatisierendes Instrument staatlicher Machtausübung und politischer Schaukämpfe. Insofern ist Kriminalität eine notwendige, wenngleich nicht hinreichende Bedingung für jede Kultur und dem in ihr waltenden symbolischen Gesetz.
Aus dem Inhalt: Der erkenntnistheoretische Diskurs strukturalistischer Wissenschaft und die Unmöglichkeit eines autonomen Subjekts - Der Wille zur Macht und das Freudsche Triebmodell als Erklärungsansatz individueller und gesellschaftlicher Normalität und Abweichung - Die Diskursanalyse: Eine abduktive Methode, fruchtbar gemacht am Beispiel einer interdisziplinären Kriminologie.