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Mißbrauchte Mathematik

Zur Verwendung mathematischer Methoden in den Sozialwissenschaften

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Herbert Auinger

Der Vergleich der Funktion der modernen Soziologie mit der mittelalterlichen Theologie, den Dahrendorf anstellt, läßt sich durchaus verallgemeinern: Nicht nur die Soziologie, sondern pikanterweise gerade Disziplinen, die betont «technisch» und pseudo-naturwissenschaftlich auftreten, üben sich vor allem in der Kunst, das «jeweils Wirkliche, wenn nicht als vernünftig, so doch zumindest notwendig» erscheinen zu lassen. Öfter gelangt im Zuge dieses Bemühens sogar das Unwirkliche in den Genuß, als vernünftig vorgestellt zu werden! Daß dabei mit der Mathematik Schindluder getrieben wird, ist noch das geringste Ärgernis - das Bedürfnis nach «Selbstrechtfertigung» schmarotzt eben an den Erfolgen von Naturwissenschaft und Technik und hat insofern in der «Mathematisierung» der Sozialwissenschaften ein zeitgemäßes «Instrument» gefunden.
Aus dem Inhalt: «Mathematisierung» aus wissenschaftstheoretischen Motiven - Mathematik in der modernen Volkswirtschaftslehre - Mathematik in der Politikwissenschaft, Spieltheorie und Intelligenzforschung - Nachteil und Nutzen «quantitativer» Methoden.