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Ausfallorientierte Risikoentscheidungskalküle im Rahmen absoluter und relativer Portefeuilleplanungsmodelle

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Wolf Frowein

Kein Geringerer als Markowitz selbst stand dem seiner Portefeuilleselektionstheorie zugrundeliegenden Mean Variance-Prinzip reserviert gegenüber. Insbesondere die der Risikokomponente des Kriteriums inhärente schwankungsorientierte Risikoauffassung erscheint wenig überzeugend. Demgegenüber wird bei ausfallorientierten Risikomaßen (Lower Partial Moments, LPM) dem landläufigen Verständnis wohl eher entsprechend – Risiko als ausschließlich negative Abweichung von einer anlegerspezifischen, kritischen Ertragshöhe begriffen. Dieser Plausibilitätsvorsprung läßt sich, wie ausgangs einer Konfrontation der Portefeuilleplanung auf Basis von Effizienzprinzipien traditioneller versus ausfallorientierter Prägung dargelegt wird, auch in normativer Hinsicht untermauern. Zusätzlich wird zur Bestimmung optimaler Portefeuilles die Anwendung von Safety First-Kriterien auf ausfalleffiziente Positionen eingeführt. Die Überlegungen werden übertragen auf das speziell für Versicherungen und Pensionskassen relevante Problem der verpflichtungsorientierten Portefeuilleplanung. Gerade hier erweisen sich die LPM-basierten Effizienzkalküle als überlegen, läßt sich doch mit ihrer Hilfe auch das mit den für die Liabilityseite typischen Verteilungsschiefen verbundene Gefahrenpotential erfassen.
Aus dem Inhalt: Entscheidungen bei Ungewißheit mit bekannten Wahrscheinlichkeitsverteilungen: Stochastische Dominanz, Erwartungsnutzenkriterium, Risiko-Wert-Modelle – Modelle der absoluten Portefeuilleplanung: Erwartungswert-Varianz-Kriterium versus Lower Partial Moment-basierte Regeln zur Bestimmung effizienter Portefeuilles, Safety First-Kriterien zur Selektion optimaler Portefeuilles – Modelle der verpflichtungsorientierten Portefeuilleplanung (Surplus Management): schwankungs- versus ausfallorientierte Entscheidungskriterien zur Auswahl effizienter bzw. optimaler Asset/Liability-Strukturen.