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Intersubjektivität und Narration

Gogol’, Erofeev, Sorokin, Mamleev

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Peter Deutschmann

Die Begriffe Subjekt und Anderer sind zwischen Philosophie und Erzählprosa kaum kompatibel. So findet die dualistische Konzeption nach Descartes kaum Entsprechungen in der Erzählliteratur. Die Arbeit akzentuiert daher Überlegungen der analytischen Philosophie und Jacques Lacans zur Rolle des Anderen für die Herausbildung von Subjektivität. Unter Berücksichtung dieser Konzeptionen ergeben sich bei der Betrachtung der – formalistisch gesprochen – «Reihe» Literatur neue Affinitäten, etwa zwischen Erzählerfiguren und Lacans Unterscheidung von kleinem und großem Anderen. An Gogol’s Nos und an einer kleinen Erzählung von Karel Čapek, an den Romanen Strašnyj Sud (Vik. Erofeev), Goluboe Salo (Vl. Sorokin) und Šatuny (Ju. Mamleev) werden die theoretischen Überlegungen weiter entwickelt.
Aus dem Inhalt: Das Subjekt als Punkt – Die erzwungene Wahl zum Subjekt – Die Grundlagen der Erzähltheorie – Wittgensteins Spätphilosophie und die Intersubjektivität – Die sprachpragmatischen Grundlagen von Erzähltexten – Die Autorität der «Stimme» – Gogol’s Nos mit Lacan gelesen – Kastration bei Karel Čapek – Objet petit a als Effekt des Symbolischen – Narrative Hierarchien und Determinationen des Subjekts – S(ymbolisch), I(maginär), R(eal) in Erzähltexten – Viktor Erofeevs Strašnyj sud oder Das Ende des literarischen Universums – Vladimir Sorokin: Himmelblauer Speck oder Kultur! (Geld oder Leben!) – Jurij Mamleevs Šatuny oder Das Phantasma vom Nichts.