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Beiträge zur Rezeptions- und Wirkungsgeschichte der Volkserzählung

Berichte und Referate des zwölften und dreizehnten Symposions zur Volkserzählung, Brunnenburg/Südtirol 1998-1999

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Leander Petzoldt and Oliver Haid

Während philologische Studien in der internationalen Volkserzählforschung auf eine lange Tradition zurückblicken können, haben Betrachtungen der Wirkungsweisen und Rezeptionsformen einzelner Erzählungen noch immer nicht jenen Stellenwert erlangt, der ihnen wegen ihrer gesellschaftlichen Relevanz zustehen würde. In diesem Band haben vierzehn renommierte Erzählforscher/innen in einprägsamen Fallbeispielen aus neun europäischen Ländern ein breites Panorama der Wirkungsgeschichte von Volkserzählungen entworfen. Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der theoretischen Zugänge, die von der ikonographischen Analyse und der altnordischen Philologie über die moderne Sagen- und Brauchforschung bis hin zur Tiefenpsychologie reichen und die gerade das besondere Gesprächsklima dieser interdisziplinären Symposien ausmachen.
Aus dem Inhalt: Sabine Wienker-Piepho: Die orale Tradierung der Sage. Ein paradoxes Paradigma – Helmut Fischer: Der Erzähler als Rezipient von Volkserzählungen – Zuzana Profantová: About the Process of Literalization-Folklorization-Reception of Folk Narrative – Ljiljana Marks: Geschichte und Geschichten. Überlegungen zur Rezeption historischer Sagen in der Literatur – Sabine Wienker-Piepho: Von «Urmüttern» und «Megalithmärchen» - Urzeitrezeption und Archaismusbesessenheit in der neuen Märchenpflege – Norbert Ott: Frauen aus der Anderen Welt: Sirenen, Melusinen und ihre Verwandten in Bildkunst und Illustration des Mittelalters – Siegfried Neumann: Von Friedrich II. zum Alten Fritz. Realität und Mythos in Erzählungen um eine populäre historische Gestalt – Gabriella Schubert: Mythos und Realität in südosteuropäischen Volkserzählungen vom Bauopfer – Kurt Schier: Mythos und Sage in der altisländischen Literatur, insbesondere der Sagaliteratur: Probleme und Überlegungen – Rainer Alsheimer: Rechtfertigungserzählungen. Urbane Sagenbildung am Beispiel Bremens – Gotthilf Isler: Der offene Himmel. Zur psychologischen Bedeutung eines Sagen- und Erlebnismotivs – Ilona Nagy: Apokryphe Legenden, orale Schöpfungsmythen. Rezeption in der Volkserzählung – Giovanni B. Bronzini: Das Inzest-Tabu in der Volkserzählung und Ikonographie. Mythos und Realität – Gotthilf Isler: Der neue Papst und die Tiere – Zuzana Profantová: Von der Volkserzählung zum nationalen und politischen Mythos – Oliver Haid: Erzählen und Handeln im Angesicht alpiner Wildbachgefahren. Das Beispiel des Maiser Schwemmkegels in Meran – Helmut Fischer: Der alltägliche Mythos. Geschichten um einen Volkspropheten – Oliver Haid: Vom Spiel mit der Leiche. Interdependenzen von Totenbräuchen, Todesvorstellungen und Volkserzählungen im makaberen Scherz – Wilhelm Solms: Antiziganistische «Zigeunermärchen».