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«Die kaiserlose, die schreckliche Zeit»- Das Interregnum im Wandel der Geschichtsschreibung

vom ausgehenden 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart

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Marianne Kirk

Mythos oder Realität, Katastrophe oder Krise, Kontinuität oder Wandel? Seit langem provoziert das Interregnum – «die kaiserlose, die schreckliche Zeit» zwischen dem Ausgang der Staufer und der Thronbesteigung des ersten Habsburgers – Fragen nach der Berechtigung der überkommenen Kennzeichnungen und Wertungen. Dennoch sind Begriff und Klischee bis heute präsent. Dieses Buch geht der Frage nach, wann das Interregnum Eingang in die deutsche Geschichte fand und warum es sich dort behaupten konnte. Mit einem Längsschnitt durch mehr als 500 Jahre Historiographie erschließt es die Schlüsselrolle, die jener meist negativ und als Umbruch gesehenen Periode für die Interpretation der deutschen Geschichte zukam. Dabei entsteht ein neues, vielschichtiges Porträt der Zeit und ihrer Persönlichkeiten.
Aus dem Inhalt: Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Tradition: Entstehung der Interregnumthese – Datierungs- und Begründungsansätze – Zwischen neuen Fakten und alten Stereotypen – Zur Rolle des Interregnums im Geschichtsverständnis von Humanismus, Reichspublizistik und Aufklärung – Begriff und Bild des Interregnums im 19. und 20. Jh.: Faktum, Metapher oder historische Manipulation? – «Die kaiserlose, die schreckliche Zeit» als Klischee zwischen Abschreckung und Identitätsstiftung – Das Zwischenreich als Wende: Zäsur und Kontinuität im nationalen Geschichtsbild – Forschungsüberblick: Aspekte des Zeitgeschehens aus historiographischer Sicht – Die Mitte des 13. Jhs. in der neueren Mediävistik: Abschied vom Interregnum? – Anhang mit Zeit- und Stammtafeln.