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Zwischen Produktion und Reproduktion

Die Diskussion über Mutterschaft und Mutterschutz im späten Kaiserreich und der Weimarer Republik (1905-1929)

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Nicol Matzner-Vogel

Die Diskussion über Mutterschutz muß als Phänomen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts angesehen werden, das mit der Ausbildung der modernen Industriegesellschaft einherging. Die zunehmende Integration weiblicher Arbeitskräfte in die außerhäusliche Erwerbssphäre sowie demographische Veränderungen ließen die Frage laut werden, wie die generative Leistung der Frau unter den Bedingungen des industriellen Produktionsprozesses zu schützen sei. Die wichtigsten Akteursgruppen dieser Diskussion waren die Sozialreform- und Frauenbewegung, die Vertreter der Sozial- und Rassenhygiene sowie die Sozialdemokratie. Der innerhalb des deutschen Sozialversicherungssystems konkretisierte Mutterschutz und die Fürsorge für Schwangere und Wöchnerinnen waren staatliche Lösungsversuche eines nur schwer lösbaren weiblichen Pflichtenkonflikts zwischen Produktion und Reproduktion.
Aus dem Inhalt: Sozialstrukturelle Bedingungen: Demographische Veränderungen, Frauenerwerbsarbeit – Die Diskussion: Vereinbarkeit von Frauenerwerbsarbeit und Mutterschaft, Frauen- und Mutterschutzbewegung, die Position der Parteien in der parlamentarischen Diskussion – Die Umsetzung: Mutterschutz in Gesetz und Fürsorge.