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Kolonialismus in Bildern

Bilder als herrschaftssicherndes Instrument mit Beispielen aus den Welt- und Kolonialausstellungen

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Ines Caroline Zanella

Ist das Bild als Abbildung, als Postkarte oder als unsere Wahrnehmung ein unschuldiges Medium? – Nein! Anhand von Beispielen aus den Welt- und Kolonialausstellungen, einem Phänomen des historischen Kolonialismus, wird deutlich, daß der Kolonialismus in Bildern bestehende Herrschaftsverhältnisse auch in den Augen der Menschen festigen soll: Auf Basis der kolonialen Ideologie – wie etwa der Zivilisierung – werden die Kolonien als kolonialer Traum inszeniert und über Plakate und Postkarten vermarktet. Diese exotischen Sujets und Stereotypen prägen durch Normung und Sinnstiftung Wahrnehmungstraditionen. Die philosophische Wurzel dieser Kanalisierung, der Reduzierung der Welt auf Bruchstücke, liegt in der patriarchalen Bildertradition, die Platon in der Urbild-Abbild-Metapher formulierte.
Aus dem Inhalt: Weltausstellungen und Kolonialausstellungen in Frankreich im 19. und 20. Jahrhundert – Freihandel und Zivilisierung als Ideologie der Welt- und Kolonialausstellungen – Inszenierung der Kolonien als Bilderkonstruktion – Vermarktung des kolonialen Traums und von exotischen Darstellungssujets über die Postkarte – Abstraktion der Wahrnehmung: Urbild-Abbild-Metapher von Platon – Kolonialismus als patriarchaler Herrschaftsmechanismus.