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Sprachkontakt in Nôvo Berlim (Rio Grande do Sul)

Doppelte Insellage (Eine Fallstudie)

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Norma Diaz

Nôvo Berlim ist eine deutsche Siedlung in Südbrasilien (Rio Grande do Sul), entstanden um 1880. Die etwa 1000 Einwohner von Nôvo Berlim stammen aus Westfalen, genauer aus dem Sprachraum des Ostwestfälischen und des Münsterländischen. Die in Nôvo Berlim aktiv oder passiv beherrschten Varietäten des Deutschen lassen sich klassifizieren als Standarddeutsch (von Fremden gesprochen), Westfälisch (Ostwestfälisch und Münsterländisch), Moselfränkisch, «Inselstandarddeutsch» (Fausel). Hinzu kommt die offizielle Sprache Brasiliens, das Portugiesische, das fast ausschließlich als interethnische Kommunikationssprache zwischen Deutschbrasilianern und Nicht-Deutschbrasilianern verwendet wird. Das Zusammenspiel dieser Sprachen und Varietäten wird in dieser Arbeit aus sozio- und pragmalinguistischer Sicht untersucht, jedoch werden ebenso andere Aspekte berücksichtigt wie etwa das Sprachbewusstsein und die Frage der sprachlichen Identität. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Beschreibung der in Nôvo Berlim gesprochenen Varietät des Portugiesischen – im Rahmen des «português riograndense» – und die Deutung seiner spezifischen Merkmale.
Aus dem Inhalt: Grundzüge der geschichtlich-soziologischen Aspekte – Areale Varietäten – Metasprache, Abgrenzung und Identifikation – Der Sprachkontakt im Sprachwerk und in der Sprechhandlung – Auswirkungen des Sprachkontaktes: Versuch einer Typologisierung.