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Bonifatius und das Sakrileg

Zur politischen Dimension eines Rechtsbegriffs

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Michael Glatthaar

Bonifatius, dessen Martyrium sich 2004 zum 1250. Mal jährt, hat es verstanden, die Politik unter Karl Martell, Karlmann und Pippin, aber auch in England wesentlich zu beeinflussen. Die Studie ergründet am Begriff des Sakrilegs (mit Vorgeschichte) Bonifatius’ Prioritäten und Argumente. Zum Kirchensakrileg werden vor allem die Capitula de invasoribus ecclesiarum behandelt (Edition), die Kirchenzins (743) und Doppelzehnten (751/752) in die Wege leiteten. Beim Glaubenssakrileg erweist sich der Indiculus superstitionum et paganiarum als Vorlage für das Concilium Germanicum (742). Das mitüberlieferte Altsächsische Taufgelöbnis läßt sich in den Rahmen der damaligen Ostsachsenkriege stellen. Insgesamt ergibt sich so ein differenzierteres Bild der frühkarolingischen Epoche.
Aus dem Inhalt: Vorgeschichte des Sakrilegs – Bonifatius und das Kirchensakrileg im England Aethelbalds und im Frankenreich Karlmanns und Pippins – Bonifatius und das Glaubenssakrileg in antipaganen Quellen unter Karl Martell und Karlmann – Neue Erträge zur politischen und militärischen, Kirchen- und Missions-, Rechts- und Kultur-, Geistes- und Sprachgeschichte der frühen Karolingerzeit, auch zur bonifatianisch berührten Landesgeschichte Bayerns, Frieslands, Hessens, Thüringens und Sachsen-Anhalts (mit Slaven), in England vor allem von Wessex.