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Von «Pan» zu «Pan»

Zur Geschichte der polnischen Anrede besonders im 18. Jahrhundert

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Marie-Beata Mika-Jasinski

Diese Studie liefert eine sozio- und ethnolinguistische Erklärung der Besonderheiten des polnischen Anredesystems, die auf die spezifischen Charakteristika der polnischen Adelsgesellschaft zurückgeführt werden können. Beleuchtet wird dies mittels der Hauptkonstante pan, die über Jahrtausende im polnischen System den Sprachwandel erfolgreich überdauerte. Die Arbeit bietet nicht nur eine Aufnahme neuer sprachlicher Daten aus dem 18. Jahrhundert, sie zeigt insbesondere anhand der Geschichte die vornehmlichen Motive für die Spezifika des polnischen Anredesystems auf. Die Grundlage der Untersuchung bildet die sogenannte Goldene Freiheit der Szlachta (złota wolność szlachecka). Diese Freiheit des Adels beeinflußte in erster Linie die Entwicklung der gesellschaftlichen Umgangsformen. Selbst der sukzessive Verfall und die Relikte der polnischen Adelskultur wirkten und wirken sich auf die Anredekonstituenten aus. Diese Untersuchung klärt den Leser hinsichtlich der gegenwärtigen und damaligen Besonderheit und Vielfalt der polnischen Anredeformen auf und mildert vor allem sein bisheriges Befremden ihnen gegenüber.
Aus dem Inhalt: Die frühesten polnischen Anredekonstituenten und ihre Ursprungsgeschichte in Chronologie – Wielmożny, szlachetny, łaskawy, miłościwy - Barock in der Anrede – Quo vadis pan? – Raum und Geschichte der Szlachta – Die differentia spezifica des polnischen Staatswesens – Ethnolinguistik und ihre Rolle bei der Beschreibung der Sprache und Kultur – Das deutsche und polnische Anredeverhalten im Vergleich – Sprachwandel und die Hauptkonstante pan.