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Ovids Exildichtung im Spannungsfeld von Ekloge und Elegie

Eine poetologische Deutung der "Tristia</I> und" Epistulae ex Ponto</I>

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Sabine Lütkemeyer

Ovid (43 v. Chr. - 17/18 n. Chr.) galt lange als unernster Dichter, der spielerisch immer neue Varianten der Liebeselegie erproben wollte. Ist die Forschung inzwischen auch geneigt, ihm für seine Liebesdichtung, die Metamorphosen und die Fasti ein tieferes Interesse an den poetologischen Fragen seiner Zeit zu bescheinigen, gilt dies nicht in gleichem Maße für die Verbannungsgedichte. Doch auch die Exilelegien lassen sich als ein Dichtung reflektierendes Werk lesen, wenn man die Parallelen im Schicksal des verbannten Dichters Ovid und des vertriebenen Hirten Meliboeus in der ersten Ekloge Vergils (70-19 v. Chr.) berücksichtigt. Die Arbeit stellt einen Versuch dar, die Exildichtung Ovids als eine Antwort auf die dichtungstheoretischen Äußerungen Vergils in dieser Ekloge zu begreifen.
Aus dem Inhalt: Zusammenhang von Dichtersituation und Gattungswahl: Drei Gedichtinterpretationen (Vergil, ecl. 1; Ovid, trist. I 1 und I 3) und Überlegungen zu den Kategorien «Qualität der Dichtung» und «Dichterruhm» – Verbindung von impliziter Reflexion und Handlungsebene durch die Motive: «Landschaft» und «Augustus als deus».