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«Die Weber» in der Revision

Untersuchungen zu Quellen, Struktur und Intention von Hauptmanns Weberdrama

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Ernst Fröls

Diese «Nachprüfung» gilt dem Gegensatz von «Revolutionsstück» (1.-4. Akt) und «Anti-Revolutionsstück» (5. Akt), der seit Fontanes Weber-Rezension von 1894 die Interpreten irritiert. «Revision» deutet zugleich an, daß und wie Hauptmann das Gerichtsmotiv im historischen Weberlied von 1844 weiterführt. Das am rezeptionsbestimmenden 1. Akt erarbeitete Modell einer zweitinstanzlichen Überprüfung mit dem Zuschauer als Richter, auf die Folgeakte angewandt, macht schließlich den verwirrenden Zufallstod des alten Hilse im 5. Akt verständlich als Demonstration der fatalen Wirkung staatlicher Unterdrückung. Und es hilft im «Revolutionsstück», das so zu seinem «Anti-» hinführt, die Absicht erkennen, die Reformbereitschaft der Besitzenden durch die Erweckung nachhaltiger Furcht statt nur des flüchtigen Mitleids zu steigern.
Aus dem Inhalt: Das Gericht in Weberlied und Weberdrama – Das Fabrikantenbild in Webergemälde, Weberlied und Weberdrama – Das moralische Zeugnis der Frauen in Verbindung mit Alten – Das politische Zeugnis des Schmieds – 3. und 4. Weber-Akt: von der Authentizität zur Aktualität – Der Tod des alten Hilse - Furcht und Mitleid.