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Dositej Obradović als bürgerlicher Kulturheld

Zur Formierung eines serbischen bürgerlichen Selbstbildes durch literarische Kommunikation 1783-1845

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Wladimir Fischer

Dositej Obradović (ca. 1741-1811) war im 19. Jahrhundert lange Zeit die wichtigste Symbolfigur bürgerlicher serbischer Selbstrepräsentation. Dieses Buch beschreibt, mit welchen literarischen Verfahren Obradović selbst diese Symbolik förderte und damit den modernen serbischen Wir-Diskurs eröffnete. In einer innovativen Textanalyse wird gezeigt, welche Werte Obradović vertrat. Erstmals wird dabei eine aufklärungskritische Neubewertung von dessen Werk vorgenommen, insbesondere von Obradović’ Haltung zu Weiblichkeit, Devianz und Armut. Das zweite Hauptaugenmerk liegt darauf, wie sein bürgerlich aufgeklärter Diskurs durch die Rezeption im frühen 19. Jahrhundert zu einem nationalen Kulturheldenmythos transformiert wurde. Diese Rezeption wird hier erstmals als Kommunikationsprozess bürgerlicher Elitenschichten dargestellt, mit der wichtigen Funktion der Selbstrepräsentation und Selbstidentifikation in und durch Alltagspraktiken.
Aus dem Inhalt: Die serbische Gesellschaft im 18. Jahrhundert – Dositej Obradović als historische Person– Editionsgeschichtliche Fragen neu gestellt – Dositejs Selbstdarstellung und Programm (Josefinismus, bürgerliche Normen; Frauen, Männer, Körper; Imperiale Perspektiven; Sprachreform; Konfession und Nation; Klassisches Altertum und moderne griechische Kultur) – Obradović’ Kommunikation mit dem bürgerlichen Publikum – Rezeptionsästhetik und Dekodierung – Die post-osmanische serbische Gesellschaft – Die Rezeption von Dositej Obradović – Der Fall Karadžić.