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Geschenkt – umsonst gegeben?

Gabe und Tausch in Ethik, Gesellschaft und Religion

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Michael Rosenberger, Ferdinand Reisinger and Ansgar Kreutzer

«Nur für dich!» So kommentieren Menschen manchmal die Überreichung eines persönlichen Geschenks. Damit erwecken sie den Eindruck, ihr Geschenk sei ohne jeden Hintergedanken, ohne jedes Eigeninteresse völlig selbstlos gegeben. Doch wird eine Gabe tatsächlich völlig «altruistisch» gegeben? Wie verhalten sich Gabe und Gegengabe, Gabe und Erwartung zueinander? Wie lässt sich die beziehungsstiftende Funktion des Gebens und Empfangens genauer fassen? Welchen Stellenwert haben freiwilliges Geben und Nehmen für Ethik und Religion? Welche Rituale begleiten menschliches Geben und Nehmen? Diese Fragen, die zuerst der französische Soziologe Marcel Mauss in seinem bis heute viel beachteten Werk Die Gabe aufgeworfen hat und die in der Soziologie reichhaltig untersucht wurden, sind in den letzten Jahren auch in Ökonomie, Ethik und Theologie vermehrt auf Interesse gestoßen.
Aus dem Inhalt: Michael Rosenberger: Geben seliger als Nehmen? Eine Einführung ins Thema – Gérald Berthoud: Das Universum der Gabe. Anerkennung des Anderen, Wertschätzung seiner selbst und Dankbarkeit – Gerhard Schmied: «Expansion des Ich, das sich ... im Schenken ausströmt». Identität, Funktion, Status, Gefühl als soziologische Komponenten des Schenkens – Josef Wohlmuth: Die theologische Bedeutung des Gabendiskurses bei Emmanuel Levinas, Jacques Derrida und Jean-Luc Marion – Elfie Miklautz: Le don sans merci ? Zur symbolischen Ökonomie der Gabe – Helmuth Berking: Geben und Nehmen - Schenken und Tauschen – Maurice Godelier: Was Mauss nicht gesagt hat: Dinge, die man verschenkt, Dinge, die man verkauft, und solche, die man weder verkauft noch verschenkt, sondern für sich behält – Michael Rosenberger: «Keine Wahrheit ohne Bezugsrahmen». Ergebnisse der Schlussreflexion und offenes Resümee.