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Avantgarden des Faschismus

Studentenschaft und schlagende Verbindungen an der Universität Gießen 1918-1937- Materialien und Analysen zur politischen Geschichte Gießens

Bruno Reimann

Die Studentenschaft und Professorenschaft der Weimarer Zeit haben lange vor 1933 auf vielfache Weise zur Durchsetzung erst der völkisch-nationalen und dann der nationalsozialistischen Studentenbewegung an den Hochschulen beigetragen. Eine besondere Rolle spielen die studentische Generation der Frontkämpfer, die national und nationalistisch gestimmte Professorenschaft und ihre politische Rhetorik sowie die Sozialisationen in den Verbindungshäusern. Alice Gallin subsumiert die vielfältige Wirksamkeit der professoralen Rhetorik unter dem Stichwort «midwives to nazism». Die Burschenschaften und auch die Corps sind in vielfacher Hinsicht die Protagonisten der braunen Studentenbewegung. 1931 bereits war die Mehrheit der Burschenschafter nationalsozialistisch ausgerichtet. Vielfach wurde der NS-Studentenbund von Burschenschaftern gegründet oder mitgegründet. Auch in Gießen leitet dieser Vorgang die nationalsozialistische Politisierung der Studentenschaft lange vor 1933 ein.
Der Autor: Bruno W. Reimann, geboren 1943 in Weseritz bei Marienbad; Studium in Tübingen, Heidelberg, Hamburg, München; 1968 Diplom-Soziologe an der Universität München; 1969 Friedrich-Ebert-Stiftung; 1971 Akademischer Rat der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, Abteilung Lüneburg; 1974 Promotion an der Universität Konstanz; 1974 Professor für Soziologie an der Universität Gießen.