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Intellektuellendiskurse in der Weimarer Republik

Zur politischen Kultur einer Gemengelage

Series:

Manfred Gangl and Gérard Raulet

Die deutschen Intellektuellen der zwanziger Jahre werden gemeinhin sauber geschieden in links und rechts, Republikaner und Antirepublikaner, Verfechter der Moderne und Vertreter der Tradition. Die gängigen Darstellungskriterien entziehen sich dabei meistens dem spezifischen Problem der Vermengung, Überlagerung und Durchdringung der Intellektuellendiskurse in der Weimarer Republik. Hier wird der Anspruch erhoben, gerade dieser Gemengelage gerecht zu werden. Diese neubearbeitete und erweiterte Ausgabe des erstmals 1994 erschienenen Sammelbandes enthält eine umfassende Einleitung über die Problematik der Intelligenz in der Zwischenkriegszeit sowie neue Beiträge über Benjamin, Adorno, Karl Mannheim und Carl Schmitt.
Aus dem Inhalt: Manfred Gangl/Gérard Raulet: Einleitung – Hartmut Ruddies: Flottierende Versatzstücke und ideologische Austauscheffekte. Theologische Antworten auf die Ambivalenz der Moderne – Denis Goeldel: «Revolution», «Sozialismus» und «Demokratie»: Bedeutungswandel dreier Grundbegriffe am Beispiel von Moeller van den Bruck – Hildegard Châtellier: Kreuz, Rosenkreuz und Hakenkreuz. Synkretismus in der Weimarer Zeit am Beispiel Friedrich Lienhards – Christian Roques: Die umstrittene Romantik. Carl Schmitt, Karl Mannheim, Hans Freyer und die «politische Romantik» – Marieluise Christadler: Harro Schulze-Boysen oder die «Gegen-Lust des Von-Innen-Heraus-Sprengens» – Thomas Keller: Der dritte Weg: Die personalistische Anthropologie Schelers – Gérard Raulet: Die «Gemeinschaft» beim jungen Marcuse – Maurice Godé: Von der «autonomen Kunst» zum Kommunismus: Zur Entwicklung der expressionistischen Zeitschrift Der Sturm (1910-1932) – Jürgen Link: «Arbeit» oder «Leben»? Das Drama der «Nationalcharaktere» und der Bruderzwist im Hause Mann – Wolfgang Eßbach: Radikalismus und Modernität bei Jünger und Bloch, Lukács und Schmitt – Kurt Nowak: Religiöse Sozialisten - Deutsche Christen. Zur theologischen Wechselbeziehung zwischen politischen Antipoden – Manfred Gangl: Mythos der Gewalt und Gewalt des Mythos. Georges Sorels Einfluß auf rechte und linke Intellektuelle der Weimarer Republik – Michael Makropoulos: Haltlose Souveränität. Benjamin, Schmitt und die Klassische Moderne in Deutschland – Marion Picker: Geschichtliche Darstellung. Zu den Intellektuellenfiguren Walter Benjamin und Carl Schmitt – Gerhard Rupp: Benjamin und Bataille. Deutsch-französische Kreuzungen auf der Suche nach einem anderen Diskurs – Julia Christ: Deutungsversuche steriler Wirklichkeit. Ohnmachtserfahrung bei Adorno, Bataille und Kojève – Daniel Argelès: Thomas Manns Einstellung zur Demokratie. Der Fall eines «progressiven Konservativen» – Hans Manfred Bock: Ernst Robert Curtius und die Aporien des «unpolitischen» Intellektuellen – Gerhard Höhn: Krisologie und Verheißungen eines jungen Dr. phil. - Versuch über Joseph Goebbels Tagebuchroman Michael Vormann – Norbert Bolz: Ästhetik des Posthistoire – Gilbert Merlio: Der sogenannte «heroische Realismus» als Grundhaltung des Weimarer Neokonservatismus – Louis Dupeux: «Kulturpessimismus», Konservative Revolution und Modernität.