Show Less
Restricted access

Citoyen Sans-Papiers

Irreguläre MigrantInnen als politische AkteurInnen in Frankreich

Series:

Katharina Ludwig

Unter dem Namen Sans-Papiers organisieren sich in Frankreich seit über zehn Jahren Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere. Gleichzeitig, während sich die Definition von Illegalität in der Europäischen Union ausweitet und verschärft, gewinnen irreguläre MigrantInnen als AkteurInnen politische Bedeutung. Wie diese Untersuchung über den Großraum Paris deutlich macht, ist das möglich, weil sie sich die Rede von «Liberté, Egalité, Fraternité» aneignen: Sans-Papiers sprechen in ihrem eigenen Namen, nehmen durch Protest, Medien und Verhandlung Teil am Gesellschaftsspiel Frankreich und bilden in ihren eigenen Kollektiven Alarm- und Sicherheitsnetzwerke. Damit zeigen sie, wie Handlungsfähigkeit schon mit leeren Worten beginnt, und führen vor Augen, dass Demokratie nicht illegal werden kann.
Aus dem Inhalt: State of the Art Migrationsforschung: Integration, Citizenship von MigrantInnen, Dilemma Demokratisierung – Diskurstheorie: Radikale Demokratie bei Ernesto Laclau und Chantal Mouffe – Performativität nach Judith Butler und Jacques Rancière – Irreguläre internationale Migration: Was heißt illegal? – Die europäisch-französische Migrationspolitik: Mobilität L’Autre, Grenzen und Selektion der Illegalität, Unionsbürgerschaft, Citoyenneté Locale – Widersprüche der europäisch-französischen Illegalität: Rechtsstreit, Lebenswelt, Arbeit und Nutzen – Die Entdeckung undokumentierter AkteurInnen: die Saga der Sans-Papiers – Agency irregulärer MigrantInnen: der Name Sans-Papiers, «de facto»-Integration, eigene Papiere, (Post-)Kolonialismus, Mediensystem, Protestgesellschaft, Regularisierung, Alarmnetzwerk – Citoyen Sans-Papiers; Demokratie illegal?