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Koreanischer Schamanismus im neuen Millennium

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Dirk Schlottmann

Die Wirtschaftskrise Südkoreas in den Jahren 1997/98 wurden von der Bevölkerung als Folge des Verfalls kultureller und kollektiver Identität wahrgenommen und ursächlich auf den Einfluss und die Integration fremder Kulturen projiziert. Im Zuge gesellschaftlicher Transformationsprozesse orientierten sich viele Koreaner wieder an traditionellen Vorstellungen der Krisenbewältigung, was zu einer Revitalisierung schamanischer Rituale und koreanischer Traditionen führte. Die Studie zeigt, inwieweit moderne Selbstdarstellung von Schamaninnen dazu dient, eine kulturelle Grundlage zu schaffen, in der sich unterschiedlichste Anhänger als Gruppe wahrnehmen, und dokumentiert, wie es Schamaninnen im virtuellen Raum, auf Ritualen und in der Öffentlichkeit gelingt, kollektive Identität als soziales Verhältnis zu etablieren. Die Forschung ist ein Beitrag zum Verständnis der koreanischen Kultur und eine Analyse schamanischer Tradition, die im Zeitalter der Moderne ihre Anziehungskraft nicht aus der Vergangenheit speist, sondern u. a. durch Flexibilität und Integrationsfähigkeit Konfliktlösungspotential für die Gegenwart anbietet.
Aus dem Inhalt: Schamanismusdebatte – Koreanischer Schamanismus – Geschichte und Entwicklung des koreanischen Schamanismus – Gesellschaftliche Transformation – Globalisierung und indigene Religion – Lebenssituation der Schamaninnen in Südkorea – Tätigkeiten und Aufgaben koreanischer Schamaninnen – Schamanenrituale – Schamanismus und Internet – Kollektive Identität und nationale Kultur – Glokalität.