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Das Sprachspiel der Freiheit

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Wilhelm Lütterfelds

Der späte Wittgenstein hat vom Wort «Freiheit» sehr selten Gebrauch gemacht, und die Mehrzahl der wenigen Stellen, in denen das Wort im Nachlaß vorkommt, fällt größtenteils auf die Zeit vor 1934. So ist es nicht verwunderlich, daß die Autoren dieses Bandes größtenteils den Weg eingeschlagen haben, Wittgensteins Ansichten über Freiheit in erster Linie nicht direkt, sondern eher indirekt zu besprechen: nicht also Textstellen unter die Lupe zu nehmen, die das Problem der Freiheit explizit behandeln, sondern vielmehr solche, in denen es etwa um die Willkürlichkeit der Handlungen oder die Handlungsweise der Sklaven geht. Darüber hinaus erweitert ein Teil der Beiträge den Horizont der Wittgenstein-Exegese dadurch, daß sie die von Wittgenstein formulierten begrifflichen Probleme mit einschlägigen Überlegungen und Lösungen aus der Philosophiegeschichte, der zeitgenössischen philosophy of mind oder der Gehirnforschung vergleichen und sie gegenseitig vor dem Hintergrund der anderen bewerten.
Aus dem Inhalt: Wilhelm Lütterfelds: Willensfreiheit - ein praktischer Glaube der Vernunft? - Zur Kritik an der Neurophilosophie der Willensfreiheit – Katalin Neumer: Sklaven und Automaten – Jesus Padilla-Galvéz: Die Freiheit des Spiels oder das Spiel der Freiheit – Michael Pauen: Wittgensteins Vorlesungen über Willensfreiheit und die gegenwärtige Willensdebatte – Josef Quitterer: Der Mythos der bewussten Entscheidung - Philosophische Reflexionen zur experimentellen Analyse von Willensakten – Theda Rebock: Wie ist die Freiheit zu retten? – Thomas Sedmak: Ethik der Wahrnehmung - Lektionen aus Wittgensteins Ästhetik über die Funktion der Literatur – Thomas Splett: Metaphysik oder Pragmatik? - Willensfreiheit als Bildproblem – Ulrich Steinvorth: Wittgenstein über den Willen und die Ontologie der Philosophischen Untersuchungen – Pirmin Stekeler-Weithofer: Die Freiheit ausführbarer Handlungen und die Spontaneität in einzelnen Ausführungen - Zu begrifflichen Verwirrungen in der Deutung der Libet-Experimente – Bettina Walde: Wittgensteins Bild der Freiheit und die moderne Hirnforschung - Einige Überlegungen zur «neurowissenschaftlichen Widerlegung der Willensfreiheit».