Show Less
Restricted access

Kosovo-Krieg der Nato 1999 und Irak-Krieg 2003

Völkerrechtliche Untersuchung zum universellen Gewaltverbot und seinen Ausnahmen

Series:

Clemens Ziegler

Gegenstand der Arbeit sind Fragen der völkerrechtlichen Rechtmäßigkeit des Einsatzes militärischer Gewalt durch die NATO-Staaten im Kosovo-Krieg 1999 und durch die von den USA angeführte «Koalition der Willigen» im Irak-Krieg 2003. Es wird untersucht, ob der Einsatz militärischer Gewalt durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen autorisiert war. Dabei spielen Fragen der Auslegung von Sicherheitsratsresolutionen eine zentrale Rolle. Diskutiert wird auch die Frage einer Rechtfertigung des Einsatzes von Gewalt als humanitäre Intervention. Hinsichtlich sowohl der Auslegung von Sicherheitsratsresolutionen als auch der Frage der humanitären Intervention kommt es darauf an, ob die klassischen Regeln der Auslegung sowie der Entstehung und Veränderung von Völkergewohnheitsrecht durch die Herausbildung neuer völkergewohnheitsrechtlicher Normen geändert wurden. In diesem Zusammenhang setzt sich die Arbeit kritisch mit den völkerrechtlichen Ansätzen der US-amerikanischen Denkschule der sogenannten «Realisten» auseinander.
Aus dem Inhalt: Kosovo-Krieg 1999 – Irak-Krieg 2003 – Entstehung und Veränderung völkergewohnheitsrechtlicher Normen – Auslegung von Sicherheitsratsresolutionen – Universelles Gewaltverbot – Einseitige Auslegung von Sicherheitsratsresolutionen und «Unilateral Enforcement of the Collective Will» – Humanitäre Intervention – Frage der Entschuldbarkeit der NATO-Luftangriffe im Kosovo-Krieg – Konsequenzen der Fälle Kosovo und Irak für die völkergewohnheitsrechtliche Entwicklung der Ausnahmen des Gewaltverbots.