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Weil man es so sagt

Wissenschaftstheoretische und valenzlexikographische Überlegungen zu ausgewählten Aspekten der lexikalischen Variation

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Martin Mehlberg

Verben treten in einer Vielzahl von Bedeutungen und syntaktischen Konstruktionen auf. Das stellt sowohl lexikalistische Grammatikmodelle als auch die Valenzlexikographie vor das Problem, Identitätsbedingungen für Lexikoneinheiten mit identischer morphophonologischer Form (Verbvarianten) festlegen zu müssen. Prinzipiell können inhaltsbasierte und formbasierte Kriterien der Abgrenzung von Lexikoneinheiten herangezogen werden. In dieser Arbeit werden die Vorteile des formbasierten Abgrenzungsverfahrens hervorgehoben, wobei ein Schwerpunkt auf Modellen innerhalb einer harrisschen Sprachkonzeption liegt. Der theoretische Status der abgegrenzten Verbvarianten wird im wissenschaftstheoretischen Teil der Arbeit thematisiert. Es wird die These vertreten, dass in (Valenz-)Wörterbüchern Konventionen, so wie sie im common knowledge einer Sprechergemeinschaft existieren, anhand theoretischer Kriterien expliziert und systematisiert werden. Im Mittelpunkt der Argumentation stehen die Begriffe ‘Normativität’ und ‘Intersubjektivität’. Außerdem werden repräsentationistische und instrumentalistische Konzeptionen der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke miteinander verglichen.
Aus dem Inhalt: Festlegung von Identitätskriterien für Prädikatoren als Problem für Valenzlexikographie und Lexikontheorie – Überlegungen zur Ontologie des Phänomens ‘Sprache’: Normativität als definitorisches Merkmal von Sprache – Sprache als Informationssystem bei Zellig Harris – Sprachliche Konventionen: der Ansatz von Millikan – Intersubjektivität als Voraussetzung für phylo- und ontogenetische Entwicklung von Sprache – Sprachliche Bedeutung aus normativer Perspektive.