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Homo naturaliter religiosus

Gehört Religion notwendig zum Mensch-Sein?

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Erika Stolz

Religion spielt offenbar in allen bisher bekannten Gesellschaften der Menschheit eine wesentliche Rolle. Wie ist dieser Sachverhalt zu interpretieren? Kann man im Sinne der Evolutionstheorie die Religion als «Selektionsvorteil» beurteilen, der dem Menschen das Überleben erleichtert hätte? Ist die Religion, dieses Element typisch menschlicher Kultur (das dem tierischen Verhalten offenbar abgeht), also geradezu ein Kennzeichen menschlicher «Natur» - wäre eine menschliche Gesellschaft ohne Religion überhaupt denkbar? Annäherungen an Probleme dieser Art erfolgen durch Vertreter verschiedener Fachdisziplinen (Religionswissenschaft, Geschichts- und Kulturwissenschaft, Philosophie, Theologie u.a.) und beleuchten das aktuelle Thema religionswissenschaftlicher Diskussion in vielfältiger Weise.
Aus dem Inhalt: Walter Burkert: Fitness oder Opium? Die Fragestellung der Soziobiologie im Bereich alter Religionen - Fritz Stolz: Von der Begattung zur Heiligen Hochzeit, vom Beuteteilen zum Abendmahl - kulturelle Gestaltungen natürlicher Prozesse - Gerhard Baudy: Religion als 'szenische Ergänzung'. Paläoanthropologische Grundlagen religiöser Erfahrung - Axel Michaels: Religionen und der neurobiologische Primat der Angst - Gereon Wolters: Evolution als Religion? - Alfred Schindler: Von Tertullian bis Drewermann. Ist die Seele von Natur aus christlich? Ein ungewohntes Stück Theologiegeschichte - Ingolf U. Dalferth: Notwendig religiös? Von der Vermeidbarkeit der Religion und der Unvermeidlichkeit Gottes - Alois Rust: Der natürliche Kontext der religiösen Sprache - Elmar Holenstein: Gott und die Würde der Kreatur in der Schweizerischen Bundesverfassung - Detlev von Uslar: Anthropologische Quellen der Religion - Christian Scharfetter: Religion, Spiritualität, Mystik in der Perspektive der Psychiatrie.