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Poetik für eine brennende Welt

Zonen der Poetik Yvan Golls im Kontext der europäischen Avantgarde- Mit einem Rückblick auf 50 Jahre Forschungsliteratur zu Yvan Goll

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Matthias Müller-Lentrodt

Im Paris der Zwischenkriegszeit ringen Künstler und Intellektuelle in der Nachfolge Apollinaires um neue ästhetische Entwürfe. Als einer der engagiertesten Dichter beteiligt sich daran nach dem Scheitern des Expressionismus der elsässische Jude Yvan Goll. Warum kann er sich im Avantgarde-Diskurs letztlich nicht durchsetzen?
In «Zonen der Poetik» wird der Standort dieses zweisprachigen Autors anhand der vielfältigen Facetten von Golls poetologischer Selbstverständigung vergleichend dargestellt. Die 'Querelle des surréalistes', in der Goll und André Breton sich eine publizistische Fehde lieferten, wird hier rekonstruiert und als Paradigma der Beziehungen Golls zur Pariser Avantgarde gelesen. Die Auswertung bisher unveröffentlichter Dokumente zeigt, warum Goll mit seinem Surrealismus-Konzept scheiterte und seit 1924 zunehmend in eine geistig-künstlerische Isolation gedrängt wurde, die sich während seines New Yorker Exils verschärfte und eine hermetische Poesie des 'Reismus' in seinem Spätwerk entstehen liess.
Aus dem Inhalt: Wie erfährt sich ein zweisprachiger jüdischer Autor, der nach dem Scheitern des Expressionismus in Deutschland nach Paris kommt und zwischen die avantgardistischen Fronten gerät? Inwieweit «konditioniert» die Pariser Avantgarde der Zwischenkriegszeit die Suche eines Autors wie Yvan Goll nach einer maßgeblichen Poetik und literarischen Identität? Wo liegen die «Grundspannungen» in seinem 'mittleren' Werk.