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Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die Ästhetisierung kriegerischer Ereignisse in der Frühen Neuzeit

Stephanie Schwarzer

Obwohl Kriege ein prägendes Element der Frühen Neuzeit waren, hat eine Verknüpfung von militärtheoretischer Thematik und Beschreibungstradition bisher nicht stattgefunden. In den letzten Jahren vollzog die Geschichtswissenschaft jedoch einen Wandel in der Beurteilung der Militärgeschichte; die Hinwendung zur Erfahrungsgeschichte «von unten» und damit auch zu Ego-Dokumenten wurde ebenfalls von der Literaturwissenschaft aufgegriffen. Ausgehend von der These, dass sich militärische und gesellschaftlich-kulturelle Veränderungen auf die Kriegsteilnehmer und die Muster ihrer Kriegsbeschreibungen auswirken, werden interdisziplinär unterschiedliche Quellenarten untersucht. Die von den Kriegsteilnehmern hinterlassenen Texte – Selbstzeugnisse, kriegstheoretische Werke, Romane und Kriegskompendien – machen die Beziehungen zwischen Kriegführung, Literatur und ästhetischen Konzepten deutlich.
Das Wechselverhältnis von Kriegswissenschaft und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten war bestimmend für die Wahrnehmung und die Schilderung des Krieges.