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Die Funktionen von Akkusativmarkern aus typologischer und diachroner Sicht

Peter Henkelmann

Ausgehend von der Beobachtung, daß in vier genetisch und areal voneinander unabhängigen Sprachen (im Altgriechischen, Hocharabischen, Koreanischen und in den südamerikanischen Quechua-Varianten) der Akkusativmarker neben der typischen Funktion der Markierung des direkten Objektes jeweils zahlreiche weitere (und zwar vorwiegend adverbiale) Funktionen übernehmen kann, stellt der Autor die These auf, daß der Akkusativ in Sprachen mit einem polysemen Akkusativmorphem kein allgemeiner Obliquus ist, sondern voneinander abgrenzbare semantische Rollen kodiert, die sich auseinander entwickelt haben, d. h. durch diachrone Pfade miteinander verbunden sind. Die letztendliche Quelle für diese Funktionen ist in allen vier Sprachen der Lokalkasus Direktiv/Allativ.

Neben der Klassifikation und Illustration der in den vier genannten sowie in einer Reihe von anderen Sprachen identifizierbaren Funktionen von Akkusativmarkern widmet sich das Werk insbesondere der Erforschung der diachronen Übergänge zwischen den einzelnen Funktionen sowie der Aufstellung von Netzwerken, die diese offenbar unidirektionalen Prozesse beschreiben.