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Von Geld und guten Worten: Entwicklung des russischen Geschäftsbriefs als Textsorte

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Marija Lazar

Ob heute oder im Mittelalter - Geschäftsbriefe sind so geläufig, dass wir uns das Leben ohne sie kaum vorstellen können. Dieses Buch befasst sich mit der Frage, wie es dazu gekommen ist. Dafür blickt die Autorin auf die Entwicklung der Textsorte "Geschäftsbrief" im Russischen vom Mittelalter bis in die moderne Zeit. Sie vereint die Erkenntnisse der traditionellen russischen Sprachgeschichtsschreibung mit modernen Paradigmen westlicher Textsortenforschung, unter anderem der Prototypentheorie. In diesem Rahmen wird ein Analysemodell angewendet, welches auf den textuellen Strukturen des Geschäftsbriefes, dem soziopragmatischen Rahmen seines Gebrauchs und seinen Bezügen zu anderen Textsorten basiert. Die systematische Beschreibung der Textsorte umfasst den Zeitraum vom 11. bis zum 18. Jh. Der Wandel des Geschäftsbriefes erklärt sich durch sprachinterne und sprachkontaktbedingte Gesichtspunkte sowie die mediale Repräsentation der Textsorte, die auf der Rekonstruktion der Briefschreib- und Beförderungspraktiken beruht. Als Datengrundlage dienen sowohl bereits edierte Texte als auch neue Editionen von Archivmaterialien. Die letzten sind im Rahmen der Forschungsarbeit für diese Monographie entstanden und werden somit zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel dieses Buchs ist es, ein Verständnis der russischen Sprachgeschichte als Textsortengeschichte anzuregen und damit einen Beitrag zur Methodendiskussion der soziopragmatisch orientierten diachronen Sprachwissenschaft zu leisten.

DER GESCHÄFTSBRIEF ALS OBJEKT TEXTSORTENLINGUISTISCHER FORSCHUNG - ANALYSEDESIGN - DIE ENTWICKLUNG DES RUSSISCHEN GESCHÄFTSBRIEFES: KORPUSANALYSE - SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK