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Kanon als Form

Über die Geschichtsschreibung des Neuen Testaments bei Franz Overbeck

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Frank Peter Bestbreurtje

Wie lässt sich ein Vorgang, der in den zeitgenössischen Quellen nicht reflektiert wird, historisch deuten? In dieser Arbeit wird versucht, die Frage in konkreter Anwendung auf die Entstehung des neutestamentlichen Kanons herauszuarbeiten. Über die Geschichte des Kanons ist nur wenig bekannt. In seinen Studien zum Urchristentum hat sich der historische Theologe Franz Overbeck (1837-1905) mit dieser Lage auseinandergesetzt. Er stiess dabei auf die Frage nach den Implikationen, die das Fehlen einer Tradition für das Verstehen der Kanongeschichte hat. Im ersten Teil der Arbeit werden die methodischen Überlegungen Overbecks vorgestellt. Insbesondere wird versucht, den zentralen Begriff der Form näher zu umreissen. Aufgrund dieser Ausführungen wird im zweiten Teil das letzte Vorlesungsmanuskript Overbecks zur Entstehung des neutestamentlichen Kanons beleuchtet. Durch ihren methodischen Zugang bezieht sich die Arbeit auf die allgemeine Frage historischen Textverständnisses, die für alle Disziplinen von gleich grosser Bedeutung ist.
Aus dem Inhalt: Overbeck als Historiker – Zur Frage der historischen Überlieferung – Zur Methode der Geschichtsschreibung – Eine Definition des Kanonbegriffs – Christliche Urliteratur und christliche Literatur.