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Besonderheiten im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben bei Lernenden mit Störungen des Lesens / Rechtschreibens

Analyse relevanter Faktoren aus Elternperspektive als Planungsgrundlage für Interventionsansätze

Yannic Wiegold

Probleme im Rechtschreiben gehen häufig einher mit Auffälligkeiten im Verhalten von Kindern und Jugendlichen, wie zum Beispiel Aufmerksamkeitsproblemen, Hausaufgabenkonflikten, depressiven Verstimmungen oder aggressiven Verhaltensweisen. In dieser Untersuchung wurden die Eltern von Lernenden mit Rechtschreibproblemen nach deren Verhalten befragt. Als Fragebögen wurden die Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) und die Deutsche Schulalter-Formen der Child Behavior Checklist eingesetzt. Aus den beschriebenen Auffälligkeiten leitet der Autor Interventionspunkte ab.

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1 Einleitung

1 Einleitung

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Eine relativ bekannte Volksweisheit besagt (vgl. u.a. Herold, 2008):

„Aus Fehlern wird man klug,

drum ist einer nicht genug.“

Dieser auch in der heutigen Lernpraxis häufig verwendete Spruch macht deutlich, wie wichtig es für den Lernprozess ist, aus gemachten Fehlern produktive Schlüsse zu ziehen und unterstreicht eine positive Pädagogik vom Kinde aus.

Negativ polemisch formuliert stellt sich allerdings die Frage, wie viele Fehler ausreichen, um klug zu werden bzw. anders formuliert, ob Kinder, die mehr Fehler als der Durchschnitt machen, nun auch klüger als dieser sind, bzw. das Potential dazu hätten.

Aus der Motivationspsychologie wissen wir, dass im Alltag eines jeden Menschen Vergleichsprozesse stattfinden, anhand derer das Selbstbewusstsein aufgebaut wird. So die Theorie des sozialen Vergleichs. Die eigenen Fähigkeiten und Einstellungen werden nach dieser Theorie im Vergleich mit anderen Menschen gemessen (vgl. Mussweiler, 2003; Suls & Wheeler, 2000; Wood & Wilson, 2003; Heckhausen & Heckhausen, 2018).

Aber wie ist es nun mit Kindern, die mehr Fehler machen als die Klassenkameraden und die länger benötigen um Texte zu erschließen? Möglicherweise ist dieser Zustand sehr frustrierend und die Forschung hat gezeigt, dass Kinder mit Lese- und Rechtschreibstörungen häufiger Auffälligkeiten des emotionalen und sozialen Erlebens und Verhaltens zeigen und deswegen häufig in Kinder- und Jungendpsychiatrischen Einrichtungen vorstellig werden (vgl. Kapitel 5). Selbst die ICD-102 beschreibt die Problematik: „während der Schulzeit sind begleitende Störungen im...

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