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Gewissheiten im Wandel

Wissensformierung und Handlungsorientierung von 1350-1600

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Edited By Christa Bertelsmeier-Kierst

Nach den verheerenden Krisen im 14. Jahrhundert wuchs in Europa der Wunsch nach grundlegenden Reformen in Kirche und Gesellschaft. An dieser Suche beteiligten sich neue wie alte Kräfte: Humanisten ebenso wie Mitglieder der Reformorden, Fürsten und städtische Eliten. Im interdisziplinären Dialog zwischen der Geschichts-, Literatur- und Sprachwissenschaft sowie der Kir-chen- und Rechtsgeschichte untersuchen die Beiträge Wissensformierung und Handlungsorientierung in der Zeit von 1350-1600. Jenseits älterer Epochen-typologien wird aus der Sicht verschiedener Fächerkulturen versucht, diesen Zeitraum in seiner eigenen Dynamik und Widersprüchlichkeit zu erfassen.

‹Erlesener› Gartenbau? Überlegungen zum Wandel von Landwirtschaft und Gartenbau im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis (ca. 1350–1570) (Gerrit Jasper Schenk) – Von der Navigation zur Nautik. Seehandbücher und Handlungspraxis im 15. und 16. Jahrhundert (Ralf G. Päsler) – Systeme der Wissenskonstitution in Fach- und Gebrauchstexten des 15./16. Jahrhunderts: Beispiele, Perspektiven, Aufgaben (Thomas Gloning) – Burgund und die Berner Oberschicht. Kulturtransfer im Spiegel politischer und literarischer Interessen (Christa Bertelsmeier-Kierst) – Augsburger Chronistik in Handschrift und Druck. Geschichtsschreibung als Fundament und Ausdruck eines neuen Denkens (Jürgen Wolf) – Zur Rezeption humanistischer Texte im Buchdruck bis 1650: Petrarcas ‹De remediis utriusque fortunae› (Christoph Galle) – Teutsche Jura. Zum Problem der Übersetzung römischer und kirchlicher Rechtsquellen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit (David von Mayenburg) – Entzauberung des Heiligen – Sakralisierung des Alltags. Religiös-christliche Normierungsprozesse im Spiegel der Predigt- und Postillenliteratur im 15./16. Jahrhundert. (Markus Wriedt)