Entlehnung oder Codeswitching?
Sprachmischungen mit dem Englischen im deutschen Printjournalismus
©2014
Dissertation
342 Seiten
Zusammenfassung
Diese Arbeit befasst sich mit den Formen und Funktionen von Sprachmischungen zwischen dem Englischen und dem Deutschen der Gegenwart. Als Datengrundlage dient ein synchrones Pressekorpus aus 52 Ausgaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das seit den 1960ern immer wieder zu Untersuchungen zum deutsch-englischen Kontakt herangezogen worden ist. Zentrale These ist dabei, dass den journalistischen Sprachgebrauch neben etablierten lexikalischen Entlehnungen (Anglizismen) heute verstärkt auch Ad hoc-Wechsel zwischen beiden Sprachen (Codeswitches) prägen. Die Studie entwirft daher ein integratives kontaktlinguistisches Modell, das die Komplexität beider Erscheinungen der Sprachmischung aufzeigt und verdeutlicht, wie diese morphosyntaktisch integriert sowie wortbildend eingesetzt werden. Zugleich wird das besondere diskursive Potential herausgestellt, das aus der strukturellen Verwandtschaft zwischen dem Englischen und dem Deutschen erwächst.
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Copyright
- Autorenangaben
- Über das Buch
- Zitierfähigkeit des eBooks
- Vorwort der Reihenherausgeberin
- Danksagung
- Inhaltsverzeichnis
- Verzeichnis der Abbildungen
- Verzeichnis der Tabellen
- 1 Einleitung
- 1.1 Anlage und Zielsetzung der Arbeit
- 1.2 Gliederung der Arbeit
- Theoretische Grundkonzepte: Entlehnung und Codeswitching ins Englische
- 2 Das Englische als globale und innereuropäische lingua franca und wichtiger Kontaktkode
- 2.1 Sprachen in Kontakt – zum Gegenstandsbereich der Kontaktlinguistik
- 2.2 Das Englische als Kontaktkode: deutsch-englischer Sprachkontakt
- 2.2.1 Kachrus Drei-Kreise-Modell
- 2.2.2 Position des Englischen im deutschen Sprachraum
- 2.2.3 Einstellungen gegenüber dem Englischen in Deutschland
- 2.2.4 Etablierung eines graduellen Bilingualismus
- 2.3 Sprachmischungen mit dem Englischen
- 2.3.1 Beförderung von Prozessen der Entlehnung und des Codeswitching
- 2.3.2 Sprachmischungen zwischen dem Englischen und dem Deutschen im Spannungsfeld von lingualer Divergenz und Kongruenz
- 2.4 Sprachmischphänomene im deutschen Printjournalismus
- 2.4.1 Generelle Überlegungen zum Pressestil
- 2.4.2 Profil des Nachrichtenmagazins Der Spiegel
- 2.4.3 Zuschnitt des Spiegel-Korpus
- 2.5 Weiterer Gang der Untersuchung
- 3 Entlehnungen – zwischen Import und Integration
- 3.1 Allgemeine Charakterisierung von Entlehnungen
- 3.2 Wichtige Lehnmodelle
- 3.2.1 Das Modell von Betz und seine Rezeption
- 3.2.1.1 Lehnwörter
- 3.2.1.2 Lehnprägungen
- 3.2.2 Das Modell von Haugen und spätere Weiterentwicklungen: Import und/oder Substitution
- 3.2.2.1 Lehnwörter (loanwords proper)
- 3.2.2.2 Lehnprägungen (loanshifts)
- 3.2.2.3 Hybride (loanblends)
- 3.2.2.4 Native Bildungen (native creations)
- 3.2.3 Einordnung von Scheinentlehnungen
- 3.2.3.1 Morphologische Scheinentlehnungen
- 3.2.3.2 Lexikalische Scheinentlehnungen
- 3.2.3.3 Semantische Scheinentlehnungen
- 3.3 Formale Integration von Lehnwörtern
- 3.3.1 Phonologische Integration
- 3.3.2 Orthographische Integration
- 3.3.3 Grammatische (morphosyntaktische) Integration
- 3.4 Eingrenzung des Untersuchungsspektrums
- 3.5 Zusammenfassung
- 4 Kodewechsel ins Englische und ihre Relation zu Lehnphänomenen
- 4.1 Situatives und metaphorisches Codeswitching
- 4.2 Wesentliche strukturelle Untertypen des Codeswitching
- 4.3 Abgrenzung von Codeswitching und Entlehnung
- 4.3.1 Poplacks Modell: Ad hoc-Entlehnungen und Entlehnungen vs. Codeswitching
- 4.3.2 Myers-Scottons Matrix Language-Frame Model
- 4.4 Zwischenbilanz
- 4.5 Muyskens Taxonomie der Sprachmischung
- 4.5.1 Generelle Ausgangspunkte von Muyskens Modell
- 4.5.2 Muyskens Ansatz im Detail
- 4.5.2.1 Insertionen
- 4.5.2.2 Alternationen
- 4.5.2.3 Kongruente Lexikalisierungen
- 4.6 Schwerpunkte der weiteren Untersuchung: Entlehnungen und Kodewechsel ins Englische aus quantitativer und qualitativer Sicht
- Sprachmischungen mit dem Englischen im Nachrichtenmagazin Der Spiegel – Frequenz, Formen und Funktionen
- 5 Häufigkeit und Distribution der Sprachmischphänomene
- 5.1 Methodik
- 5.1.1 Manuelle Auswertung vs. Korpusmethode
- 5.1.2 Relevante frequentielle Eckwerte und Präzisierung der Zählweise
- 5.2 Frequentielle Dimensionen der Sprachmischung im Spiegel
- 5.2.1 Anteile von Insertionen, Alternationen und kongruenten Lexikalisierungen
- 5.2.2 Wortartenverteilung bei den Insertionen und darauf basierenden Wortbildungen
- 5.2.3 Aufschlüsselung der weiterverarbeiteten lexikalischen Produkte der Sprachmischung nach Wortbildungsmustern
- 5.2.4 Anteil der Codeswitches an den Produkten der Sprachmischung
- 5.2.5 Frequentielles Gesamtbild
- 5.3 Zusammenfassung und Ausblick
- 6 Insertionen
- 6.1 Allgemeine Eingrenzung der Kategorie
- A. Strukturelle Untertypen und morphosyntaktische Integrationsmuster von Insertionen
- 6.2 Substantivische Insertionen
- 6.2.1 Morphologische Integration
- 6.2.1.1 Genuszuweisung
- 6.2.1.2 Pluralmarkierung
- 6.2.2 Wesentliche Untertypen nominaler Importe
- 6.2.2.1 Verkürzte englische Nominalgruppen: inserierte Akronyme und Siglen
- 6.2.2.2 Morphologische Blends
- 6.3 Verbale Insertionen
- 6.3.1 Markierung des Infinitivs
- 6.3.2 Bildung des Partizips II
- 6.4 Adjektivische Insertionen
- 6.5 Adverbiale Insertionen
- 6.6 Andere Wort-Einspeisungen: Interjektionen, Numeralia und sonstige Partikeln
- 6.7 Phraseale Einspeisungen
- 6.7.1 Determinative Adjektiv-Substantiv-Verbindungen
- 6.7.2 Periphrastische Possessivkonstruktionen
- 6.7.3 Koordinierte Phrasen mit der Konjunktion and
- 6.7.4 Adverbialphrasen
- B. Wortbildungsaktivitäten von Insertionen
- 6.8 Wortbildungsaktivitäten nominaler Insertionen
- 6.8.1 Nominale Mischkomposita
- 6.8.1.1 Binominale Zusammensetzungen
- 6.8.1.2 Hybride Komposita mit phrasealen Einspeisungen als Determinans
- 6.8.1.3 Verb-Nomen-Komposita
- 6.8.1.4 Adverb-Nomen-Komposita
- 6.8.1.5 Zahlwort-/Partikel-Nomen-Komposita
- 6.8.1.6 Adjektiv-Nomen-Komposita und Modifikation von Nomina mit augmentativen oder diminutiven Elementen
- 6.8.2 Übernahme nominaler Abstrakta vs. Suffigierung nominaler Insertionen
- 6.8.3 Scheinentlehnungen
- 6.9 Modifikation verbaler Insertionen: Präfix- und Partikelverben
- 6.10 Wortbildungsaktivitäten inserierter Adjektive und Import von Intensifikatoren
- 6.10.1 Adjektivische Insertionen zwischen Suffigierung und Komposition
- 6.10.2 Adjektive mit superlativischen englischen Elementen
- 6.11 Ableitung satzkommentierender Adverbien aus englischen Adjektiven oder Substantiven
- C. Funktionen von Insertionen
- 6.12 Motive für den Gebrauch von Insertionen
- 6.12.1 Vorbemerkungen
- 6.12.2 Insertion von Kulturwörtern und semantisch nuancierende Einspeisungen in Fachregistern
- 6.12.3 Konnotative Wertigkeiten von Insertionen: Sozialkoloritzeichnung
- 6.12.4 Regionale Variation des Englischen: Erzeugung eines Lokalkolorits
- 6.12.5 Euphemismen und Spiel mit Tabus
- 6.12.6 Ludische Funktionen
- 6.12.6.1 Kreative Ad hoc-Komposita
- 6.12.6.2 Bildungen mit Alliterations-, Reim- oder Punning-Effekten
- 6.12.6.3 Kreative Verfremdung englischer Lexeme
- 6.12.6.4 Reinterpretation idiomatisierter Ausdrücke
- 6.12.6.5 Filser-Englisch
- 6.13 Zusammenfassung
- 7 Alternationen
- 7.1 Eingrenzung der Kategorie und strukturelle Unterformen
- 7.2 Besonderheiten printmedialer Alternationen
- 7.3 Funktionale Kategorisierung der Alternationen im Spiegel
- 7.3.1 Reproduktion von Sprechstilen – journalistische Charakterisierung von Personen und Situationen
- 7.3.2 Nutzung von englischen Slogans, Mottos und Sprichwörtern: Emphase, Kommentarfunktion und textliche Verdichtung
- 7.3.3 Ludisch ausgestaltete Alternationen
- 7.4 Zusammenfassung
- 8 Kongruente Lexikalisierungen
- 8.1 Generelle Charakterisierung der Phänomenklasse
- 8.2 Kongruente Lexikalisierungen im deutsch-englischen Kontakt – unterschiedliche Abstufungen interlingualer Kongruenz
- 8.3 Bilinguale Puns
- 8.3.1 Beispielanalyse
- 8.3.2 Klassifikationskriterien für bilinguale Puns und ihre Anforderungen an das Sprachkönnen von Produzenten und Rezipienten
- 8.4 Semantische „falsche Freunde“
- 8.5 Zusammenfassung
- 9 Schlussbetrachtung
- Bibliographie
- Anhang
- Alphabetische Liste der diskutierten Korpus-Beispiele für Sprachmischungen
- Reihenübersicht
Details
- Seiten
- 342
- Erscheinungsjahr
- 2014
- ISBN (Hardcover)
- 9783631624821
- ISBN (PDF)
- 9783653050707
- ISBN (MOBI)
- 9783653997996
- ISBN (ePUB)
- 9783653998009
- DOI
- 10.3726/978-3-653-05070-7
- Sprache
- Deutsch
- Erscheinungsdatum
- 2014 (Oktober)
- Schlagworte
- Sprachkontakt Sprachmischung Anglizismen Sprachgebrauch
- Erschienen
- Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. 342 S., 21 Tab., 11 Graf.
- Produktsicherheit
- Peter Lang Group AG