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Literatur, Utopie und Lebenskunst

von Elzbieta Kapral (Band-Herausgeber:in) Karolina Sidowska (Band-Herausgeber:in)
©2014 Sammelband 215 Seiten

Zusammenfassung

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort (Elżbieta Kapral, Karolina Sidowska)
  • Literatur und Utopie – eine philosophische Einführung
  • Seneca-Essai
  • 1.
  • 2.
  • 3.
  • 4.
  • 5.
  • 6.
  • 7.
  • Die Landlosigkeit des Helden
  • Wolfram von Eschenbach Parzival: Landlosigkeit des Ritters, Ortlosigkeit des Herrschers
  • Tristan: Programmatische Landlosigkeit
  • Gawein im Wigalois: verschlossene Heimat
  • Konsequenzen: Der Raum und das Recht
  • Das Erbe des Mythos im Zeitalter der Zivilisation. Tankred Dorsts Merlin
  • Literaturverzeichnis:
  • Arbeit, Verzicht und Entsagung als Ausdrucksmittel der Inneren Emigration Ernst Wiecherts in seinem Roman Das einfache Leben. Innerlichkeit versus das Dritte Reich
  • Verzicht und Entsagung
  • Innerlichkeit und Drittes Reich
  • Literaturverzeichnis:
  • „Der Stein… die Grenze… in Ewigkeit.“ Neue Utopie der Provinz in Stephan Thomes Debütroman Grenzgang (2009)
  • Literaturverzeichnis:
  • Der literarische Nicht-Ort Danzig-Gdańsk
  • Literaturverzeichnis:
  • Un-Ort, Utopie. Zur Funktion der Stadt Danzig im Schaffen von Günter Grass
  • I
  • II
  • III
  • IV
  • Literaturverzeichnis:
  • Die Utopie der Wa(h)ren-Welt und des gerechten Krieges als dystopisch endzeitlich mythisches, dynamisch endloses Kopfkino. Leonhard Koppelmanns Hörspielfassung von Roland Schimmelpfennigs Für eine bessere Welt
  • Literaturverzeichnis:
  • Utopischer Wunsch nach dem Glück im Schaffen Michel Houellebecqs
  • Literaturverzeichnis:
  • Geschichte als utopisches Potential – Heiner Müllers Büchnerpreisrede Die Wunde Woyzeck
  • Literaturverzeichnis:
  • Utopische Konzeption eines besseren Deutschlands – Schwarzenberg von Stefan Heym
  • Utopische Literatur in der DDR – ein Exkurs
  • Literaturverzeichnis:
  • „Einst ist Noth“. Lebenskunst im Anschluss an Nietzsche
  • Literaturverzeichnis:
  • Autorenverzeichnis
  • Reihenübersicht

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Vorwort

Die Zusammenhänge zwischen den im Titel des Bandes angeführten Begriffen: Literatur, Utopie und Lebenskunst sind intuitiv leicht erfassbar. Utopie bildet nicht zufällig den zentralen Punkt dieser Konstellation: von ihm ausgehend wird man gleich auf Literatur hingewiesen, in der sich das utopische Denken am häufigsten und deutlichsten manifestiert und in der sich die Bezeichnung selbst seit der Veröffentlichung der Morus’ Utopia fest etabliert hat. Das literarische Werk ist dank seines fiktionalen Charakters der einzige Ort, wo der definitorische Nicht-Ort, also die Utopie, zustande kommen kann. Die Projektionen der Autoren ermöglichen das Unmögliche, lassen die alternativen Welten und Szenarien entstehen und auch wenn sie auf ganz konkrete, reale Verhältnisse anspielen und diese verarbeiten, verleihen sie ihnen eine zusätzliche, über die Wirklichkeit hinausgehende Dimension. Auf der anderen Seite ist eben der Realitätsbezug für jede Utopie konstitutiv – utopisches Projekt entwickelt sich als Gegenentwurf zum bestehenden Sachverhalt, aus dem Wunsch nach Änderung, Verbesserung, Vervollkommnung, aus der Sehnsucht nach einem stets unerreichbar bleibenden Ideal. Die Versuche seiner Verwirklichung, was auch immer unter dem Ideal aktuell verstanden wird, werden trotz besseren Wissens immer wieder unternommen, was sich schon oft in der Geschichte peinlichst gerächt hat. Vielleicht sollte also der Drang nach dem Herbeischaffen des Erträumten durch das Bestreben ersetzt werden, aus dem Vorhandenen möglichst das Beste zu machen. Ein solches Unternehmen ist zwar viel bescheidener angelegt, aber dafür realisierbarer, auch wenn dadurch gar nicht leichter und angenehmer. So erklärt sich der dritte Teil des Buchtitels: die Lebenskunst.

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie präsentiert wurden. Die Tagung fand 2012 in Łódź statt und konnte dank der finanziellen Unterstützung durch die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit realisiert werden. Das Ziel der Tagung war, Utopie als wichtiges, literarisches und philosophisches Motiv aufs Neue zu entdecken und den sowohl erfahrenen als auch jungen Wissenschaftlern Impulse zur Auseinandersetzung mit dieser Problematik zu liefern.

Die Konferenz war ein Gemeinschaftsprojekt des Lehrstuhls für Literatur und Kultur Deutschlands, Österreichs und der Schweiz der Universität Łódź und der Internationalen Georg-Lukács-Gesellschaft. Die Georg-Lukács-Gesellschaft hat in den letzten zwei Jahrzehnten das Erbe des bedeutenden Philosophen und Literaturwissenschaftlers Georg Lukács gegen den Zeitgeist hochgehalten und in ← 7 | 8 → ihrer Arbeit immer wieder systematisch das Verhältnis von Literatur und Utopie zur Sprache gebracht.

Die während der Konferenz gehaltenen Vorträge hatten jeweils einen philosophischen und einen literaturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Der vorliegende Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten, während die philosophisch geprägten Texte in einem anderen Band unter Auspizien der Georg-Lukács-Gesellschaft gesammelt wurden.

Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Als erstes wird im Essai von Peter Hacks die philosophische Lebenshaltung von Seneca präsentiert. Somit wird ein philosophischer Rahmen eröffnet, welcher am Ende des Buches mit dem Text von Wilhelm Schmidt geschlossen wird. Der Autor macht zum Gegenstand der in seinem Beitrag präsentierten Analyse Nietzsches vielzitierte Worte „Eins ist Noth“. So lautet die Devise, die im Kontext der von Nietzsche propagierten Lebenskunst unter die Lupe genommen wird. Schmidt ist darum bemüht, diese Worte zu deuten, wobei er auf zahlreiche, verschiedenen Kontexten entstammende Quellen verweist, die Nietzsche bei der Formulierung dieses in seinem gesamten Werk quasi leitmotivisch erscheinenden Spruchs, hätten inspirieren können.

Mit dem Text von Uta Störmer-Caysa begibt sich der Leser auf eine Reise durch die mittelalterliche Literatur. Im Zentrum der Analyse stehen diesmal drei große Texte der deutschsprachigen Dichtung um 1200: Wolframs von Eschenbach Parzival, Gottfrieds von Straßburg Tristan und Wirnts von Grafenberg Wigalois. Die Utopie-Idee wird nicht nur im metaphysischen Kontext, sondern auch in Bezug auf ihre materielle und räumliche Komponente erörtert. Die existenzielle Ort- und Landlosigkeit des Ritters mündet in seiner permanenten Bewegung durch die fiktionale Welt; durch die Aufenthalte an bestimmten Ortschaften werden Punkte in den Raum gesetzt, was eine Kontinuität des Raumes erzeugt. Aber die mystisch-utopischen Vorstellungen lassen nicht nur den Helden das Land bestimmen, sondern auch umgekehrt: das verzauberte Land verleiht dem Ritter einen Ausnahmestatus, nimmt ihn auf oder weicht ihm aus – auf diese Art und Weise wird der agierende Subjekt zum Objekt und die utopische Welt diktiert dem Protagonisten ihre Bedingungen.

Auch Czesław Płusa greift in seinem Beitrag mittelalterliche Motive auf. Im Unterschied zu den meisten Autoren des vorliegenden Bandes, widmet er ← 8 | 9 → seine Aufmerksamkeit der dramatischen Form und wählt das Drama von Tankred Dorst Merlin oder Das wüste Land um die Absicht des Autors bloßzulegen, welche laut Płusa darin besteht, „die utopischen Sehnsüchte der Menschheit und derer Untergang darzustellen“. Die Gralsuche erscheint symbolisch als eine Suche nach den absoluten, metaphorischen Werten, wie Wahrheit, Vernunft, Erkenntnis des Guten und des Bösen. In seinen Erwägungen schlägt der Autor des Beitrags eine Brücke zwischen dem mittelalterlichen Mythos der Tafelrunde und zahlreichen Aspekten der Gegenwart und deckt dabei viele Parallelen auf. Eine davon ist der Generationskonflikt zwischen den im Stück auftretenden Rittern und die Auflehnung der Söhne gegen die Utopie der Väter, was eine deutliche Anspielung auf die generationsbedingten Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit ist. Dorsts Text offenbart klare politische und moralische Ansprüche und lässt keine Hoffnung auf Verwirklichung der humanistischen Ideale der Artus-Utopie, auch in weiteren Stadien der Menschheitsentwicklung.

Utopie ist im Prinzip nicht realisierbar, wenn überhaupt, dann nur unter Bedingung einer gewissen Einschränkung der Perspektive. In dieser Hinsicht bildet der Rückzug ins Private diverse Möglichkeiten für alternative Lebensentwürfe. Dies steht im Fokus des Textes von Marcin Gołaszewski. Der Autor beschäftigt sich mit dem bis heute noch problematischen Thema der Inneren Emigration am Beispiel des literarischen Schaffens von Ernst Wiechert. Er zeigt, dass das Entfalten von utopischen Literaturwelten in der Zeit des Nationalsozialismus als eines der Ausdrucksmittel der Inneren Emigration gedeutet werden könnte. Seine Überlegungen dazu belegt Gołaszewski mit Beispielen aus dem Roman Das einfache Leben wie auch anderen, wenig bekannten Texten Wiecherts. Im literarischen Werk dieses Schriftstellers erkennt man viele autobiographische Bezüge, sowie sein Streben danach, zu den Zeiten des Dritten Reiches in die utopische Welt der Erinnerungen zu fliehen. Gołaszewski thematisiert auch die Vorwürfe, welche in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur gegen Wiechert erhoben wurden, um somit auch die Rezeption seiner Werke zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zu schildern, Auch im nächsten Beitrag wird der Rückzug aus der (metropolen) Öffentlichkeit zum Thema, obwohl zu anderen Zeiten und unter anderen politischen Umständen. In dem Text von Joanna Firaza erscheint die erzwungene Rückkehr in die Provinz als eine Art Rettung für den Helden im Stephan Thomes Roman Grenzgang. Die Autorin stellt somit die Frage nach dem Verhältnis zwischen der Utopie-Idee und dem heutigen Trend zur Restauration des Provinziellen. Der neue Provinzialismus beruft sich auf den alten Topos des Ländlichen als einen Ort der Muße. Utopie stellt in diesem Kontext ein Potenzial dar, das im Jetzt verankert ist und dem ein Vertrauen an die Zukunft einhergeht. Firaza deutet die Kreationen und Schicksäle der Romanprotagonisten als eine in der Provinz angesiedelte „realistische“ und „an das Ego gebundene“ ← 9 | 10 → Utopie. Das Konzept der Verzögerung und die Rückkehr aufs Land sind als eine Antwort auf die bedrohliche Überkomplexität der globalisierten Welt zudeuten.

„Die kleine Heimat“, nicht auf das Ländliche, sondern eher aufs Kleistädtische bezogen, ist das Hauptthema des Artikels von Joanna Bednarska-Kociołek. Im Kontext des utopischen Denkens beschreibt die Autorin die literarischen Repräsentationen der Städte mit polnisch-deutscher Geschichte, die heute als Gedächtnisorte fungieren, wobei ihnen ein sonderbarer ontologischer Status zukommt. Das Stadtbild, jeweils durch das Prisma der Kindheitserinnerungen der Schriftsteller gesehen, wird mythisiert, verliert die konkreten, physischen Züge und wird zum utopischen Nicht-Ort, der nur in der Literatur existiert. Als Beispiel wird in dem Artikel der Mythos der Stadt Danzig/Gdansk thematisiert, der zunächst durch das Werk Günter Grass’ vermittelt wurde, der jedoch von polnischen Autoren wie Stefan Chwin oder Peter Huelle übernommen und schöpferisch fortgesetzt wurde.

Dem Thema der Nicht-Orte ist auch der Beitrag von Joanna Jabłkowska gewidmet. Die Kreation der Nicht-Orte interpretiert die Autorin als ein Versuch, das verloren gegangene Teil des Lebens und oft auch der eigenen Identität mittels Literatur zu rekonstruieren und somit auch wiederzugewinnen. Die in Anlehnung an real existierende geographische Städte entworfenen literarischen Orte, die die Autorin als Gedächtnisorte bezeichnet, sind für die utopischen Darstellungen der Kindheitswelten z.B. in der Literatur der 80er Jahre charakteristisch. Auch diesmal werden Texte von Günter Grass besprochen, in welchen die Autorin zahlreiche Beispiele findet, welche ihre These bestätigen.

Während in den bisher thematisierten Texten die imaginierten Ortschaften ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt haben, werden wir im Folgenden mit dystopischen Szenarien konfrontiert, welche im Mittelpunkt des Artikels von Frank M. Schuster stehen. Der Autor befasst sich mit einer Hörspielfassung von Roland Schimmelpfennigs Stück Für eine bessere Welt. Seine Kritik richtet sich einerseits gegen die scheinbare Utopie der „heilen“ Welt der Werbung und andererseits gegen die idealisierten, medial geprägten und vermittelten Kriegsbilder. Untersucht werden dabei zahlreiche, durch optische und akustische Reize aktivierte Assoziationsräume, die das Stück beim Rezipienten hervorruft. Das Fazit stellt sich pessimistisch ein: eine bessere Welt existiert nur als eine Erinnerung an die Vergangenheit, oder als eine in die Zukunft gerichtete Vorstellung. Die Gegenwart ist dagegen durch stete Bedrohung und allgegenwärtige Kommunikationsprobleme geprägt. So ist die Utopie folgerichtig nur als Dystopie denkbar.

Die im vorangestellten Artikel angesprochene Utopie der Warenwelt bildet einen Anknüpfungspunkt für den Beitrag von Karolina Sidowska, in welchem sich die Autorin mit dem Werk französischen Schriftstellers Michel Houellebecq ← 10 | 11 → auseinandersetzt. Sie setzt die Sehnsucht nach der Utopie mit dem Wunsch nach Glück gleich und analysiert in dieser Hinsicht Gedichte und zwei Romane Houellebecqs, Möglichkeit einer Insel und Elementarteilchen. Obwohl der Gesamtton dieses Schaffens, vor allem der Dichtung, von Hoffnungslosigkeit und Überdruss-Ekel geprägt ist, scheint der Glaube an Liebe und Glück doch noch vorhanden zu sein. Die Utopie des glücklichen Lebens kann jedoch nicht einfach durch Erfüllung der Träume in der emanzipierten, modernen Marktgesellschaft bewerkstelligt werden. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert; aus ihr heraus werden neue utopische Träume und Visionen geboren. Das Glück als „private“ Utopie ist möglich, aber nicht als Dauerzustand. Man muss sich mit seiner ephemerischen Natur abfinden.

Im Beitrag von Andreas Moser wird dagegen ein ganz neuer Aspekt aufgegriffen. Der Verfasser untersucht in seinem Artikel die Relationen zwischen Revolution und Utopie vor dem Hintergrund Heiner Müllers Revolutionsdenkens und Geschichtsauffassung. Die Hauptfigur des Textes, Woyzeck, dient hier als Muster des „underdog“ und symbolisiert das revolutionäre Potential der unterdrückten Klasse, die von den Unterdrückern als Instrument zum Machterhalt benutzt wird. Im Kern Mosers Kritik steht die These, dass eine politische, nach rationalen Regeln realisierte Utopie zwangsmäßig entzaubert wird, wobei die revolutionären Massen letztendlich ähnliche Verhältnisse etablieren, gegen die sie einst rebellierten. Die neueste Geschichte Deutschlands wird dabei in einen größeren historischen und geographischen Kontext gestellt und die symbolische Auferstehung Woyzecks in der Dritten Welt erscheint als utopisches Ereignis, das mit Furcht und Hoffnung erwartet wird, und das ein gewisses Kraftzentrum für die Gegenwart bildet.

Auch der Text von Elżbieta Kapral weist einen politischen Hintergrund auf. Die Inspiration zu diesem Beitrag liefert die ostdeutsche Literatur und die geschichtlichen Umwälzungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus dem umfangsreichen Oeuvre Stefan Heyms wählt sie seinen im Jahre 1984 im Westen erschienenen Roman Schwarzenberg, um einen literarischen, jedoch durch die Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte inspirierten Versuch der Umsetzung einer utopischen Konzeption eines besseren Deutschlands zu analysieren. Es wird gezeigt, wie aus einem durch die unerträgliche Wirklichkeit bedingten Traum eine Utopie entstehen kann, die dann letztendlich doch an dieser Wirklichkeit scheitert. Darüber hinaus finden wir hier zahlreiche Bezüge zu der ostdeutschen Kulturpolitik mit besonderer Berücksichtigung derer Einstellung zu der in der DDR geschriebenen, mannigfaltigen, utopischen Literatur.

Details

Seiten
215
Jahr
2014
ISBN (PDF)
9783653027006
ISBN (ePUB)
9783653999105
ISBN (MOBI)
9783653999099
ISBN (Hardcover)
9783631626504
DOI
10.3726/978-3-653-02700-6
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2014 (August)
Schlagworte
Gedächtnisorte Science Fiction Neuer Provinzialismus Nicht-Ort
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. 215 S.

Biographische Angaben

Elzbieta Kapral (Band-Herausgeber:in) Karolina Sidowska (Band-Herausgeber:in)

Elżbieta Kapral, Germanistin, Doktor der Literaturwissenschaft, Dozentin im Institut für Germanistik an der Universität Łódź. Forschungsschwerpunkte: DDR-Literatur, deutsche Literatur nach 1945, polnische und postostdeutsche Wendeliteratur. Karolina Sidowska, Polonistin und Germanistin, Doktor der Literaturwissenschaft, Dozentin im Institut für Germanistik an der Universität Łódź. Forschungsschwerpunkte: Kognitivismus in der Literatur, Theorie der Affekte, deutsche und polnische Literatur der Jahrhundertwende.

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