Lade Inhalt...

Zur Aktualität klassischer Orgelschulen

Evaluation – Akzeptanz – Ausblick

von Diana Rieger (Autor:in)
Dissertation 187 Seiten

Zusammenfassung

Zeitgemäße Vermittlung und Qualitätssteigerung des Orgelspiels ist seit Jahrhunderten ein zentrales Anliegen von Organisten. Dies spiegelt sich auch in den Orgelschulen wider. Diese Untersuchung betrachtet schwerpunktmäßig repräsentative Lehrwerke des 18. bis 20. Jahrhunderts aus dem deutschen, belgischen, französischen und italienischen Raum, ergänzend angloamerikanische sowie zeitgenössische Schulen. Was aus diesen lehr- und lernbar ist, warum und wie gerade ältere Schulen den Orgelunterricht bereichern können, wird aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Sigles
  • Vorwort
  • 1. Einleitung
  • 2. Deutschland
  • 2.1 Justin Heinrich Knecht: Vollständige Orgelschule für Anfänger und Geübtere
  • 2.2 Johann Christian Leberecht Kittel: Der angehende praktische Organist
  • 2.3 Johann Christian Heinrich Rinck: Praktische Orgelschule op. 55 und Theoretisch-practische Anleitung zum Orgelspielen op. 124
  • 3. Belgien
  • 3.1 Jacques-Nicolas Lemmens: École d’Orgue basée sur le Plaint-Chant Romain
  • 4. Frankreich
  • 4.1 Charles Tournemire: Précis d’exécution, de registration et d’improvisation à l’orgue und Petite Méthode d’Orgue
  • 4.2 Louis Vierne: Méthode d’Orgue (Fragment)
  • 4.3 Marcel Dupré: Méthode d’Orgue
  • 5. Italien
  • 5.1 Marco Enrico Bossi/Giovanni Tebaldini: Metodo teorico pratico per organo
  • 5.2 Fernando Germani: Metodo per Organo
  • 6. Zusammenfassung und Ausblick
  • 7. Anhang
  • 7.1 Tabellarische Übersicht der im Hauptteil untersuchten Orgelschulen
  • 7.2 Kommentiertes Verzeichnis von Orgelschulen
  • – Castelli, Giambattista (1813–1885)/Petrali, Vincenzo Antonio (1832–1889): Norme generali sul modo di trattare l’organo moderno, Mailand 1862
  • – William Thomas Best: The Art of Organ Playing
  • – Flor Peeters: Ars Organi – Méthode complète, théorique et pratique du jeu de l’orgue
  • – Finn Viderø: Organ School
  • – Rolande Falcinelli: Initiation à l’Orgue
  • – Herbert Tachezi: Ludus Organi Contemporarii
  • – Jean Langlais/Marie-Louise Jaquet-Langlais: Méthode d’Orgue – pratique et progressive avec aperçu sur l’improvisation
  • – David Sanger: Play the Organ (A Beginner’s Tutor/Volume Two)
  • – Jérôme Faucheur: J’apprends l’orgue – Première année
  • – Barbara Kraus: Orgelschule – Spieltechnische und gestalterische Grundlagen des künstlerischen Orgelspiels
  • – Peter Dicke: Arbeitsbuch für junge Organisten – Eine Einführung in das Orgelspiel
  • – Johannes Matthias Michel: Orgelschule
  • 7.3 Titelseiten von Orgelschulen
  • – Abb. 1 Johann Christian Heinrich Rinck: Praktische Orgelschule op. 55
  • – Abb. 2 Johann Christian Heinrich Rinck: Theoretisch-practische Anleitung zum Orgelspielen op. 124
  • 7.4 Notenseiten
  • – Abb. 3–5 Johann Christian Heinrich Rinck: Praktische Orgelschule op. 55
  • – Abb. 6–7 Johann Christian Heinrich Rinck: Theoretisch-practische Anleitung zum Orgelspielen op. 124
  • 7.5 Bibliographie
  • 7.6 Personenregister

| 7 →

Sigles

| 9 →

Vorwort

Die vorliegende Arbeit wurde vom Fachbereich Lehrämter und Komposition an der Hoch­schule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main als Dissertation zur Erlangung des Grades einer Doktorin oder eines Doktors der Philosophie angenommen.

Viele Menschen haben mir bei meiner Arbeit zur Seite gestanden, an erster Stelle meine Doktormutter Prof. Dr. Ute Jung-Kaiser sowie Prof. Dr. Ton Koopman, der das Zweitgut­achten erstellt hat, und Prof. Günther Kaunzinger. Bei den Recherchen unterstützten mich tatkräftig: Arturo Sacchetti, Rainer Noll, Nicoletta Wilde, die Christian-Heinrich-Rinck-Ge­sellschaft e.V. mit Bernd Genz sowie die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt mit Dr. Silvia Uhlemann. Ihnen allen gilt mein Dank für die investierte Zeit und Energie.

Im Privaten danke ich ganz besonders meinen Eltern und Großeltern, die mich stets geför­dert und maßgeblich dazu beigetragen haben, dass diese Arbeit gelingen konnte.

| 11 →

1. Einleitung

Wer in einer Wissenschafft weit gekommen ist, die Geschichte derselben aber nicht weiß, das ist zu sagen, wenn er sich nicht wol und gründlich inne hat, der ist wie ein reicher Mann, welchem das Herkommen und die Gründe seiner Einkünffte unbekannt sind, daher ihm nothwendig vieles entzogen wird, und die Gelegenheit fehlet, sein ordentliches Einkommen auf vielfältige Weise zu verbessern.1

(Johann Mattheson, 1739)

Voraussetzung, um Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu gestalten, sind Kenntnis und Studium der Tradition. Aus dieser Sicht heraus verfasste bereits Johann Mattheson (1681–1764) sein Werk Der vollkommene Capellmeister. Das Streben nach Vervollkommnung beinhaltet die Auseinandersetzung mit Geschichte. Wie das Bild vom reichen Mann veranschaulicht, sollte in der Vergangenheit gesammeltes Wissen im Bewusstsein nachfolgender Generationen verankert sein und weitergetragen werden, um daraus Neues zu schaffen. Übertragen auf die Musik bedeutet dies, dass das Studium historischer Werke und Schriften erforderlich ist, um ein hohes künstlerisches Niveau zu erlangen. Im kulturellen Leben der Gegenwart nimmt die Pflege der Musik vergangener Epochen einen wichtigen Platz ein. Ob im Konzertsaal oder in der Kirche, oft erklingen Kompositionen alter Meister. Zu den traditionsreichsten Instrumenten zählt wohl die Orgel. Wie kaum ein anderes Instrument war sie im Laufe der Geschichte ständigem Wandel unterzogen. Aus der Hydraulis – der Wasserorgel der Antike – entwickelte sich eine schier unüberschaubare Vielfalt an Bauformen von unterschiedlicher Größe: vom handlichen Portativ bis hin zur raumdominierenden, symphonischen Pfeifenorgel. Ursprünglich bei Spektakeln wie Gladiatorenkämpfen eingesetzt, wurde sie bald fester Bestandteil höfischen Zeremoniells zunächst im byzantinischen, später auch im karolingischen Reich, wo sie die Ankunft des Herrschers ankündigte und begleitete. Majestät und Würde waren folglich Attribute, die mit dem Klang der Orgel schon früh in Verbindung gebracht wurden. So verwundert es nicht, dass im mittelalterlichen Abendland die Orgel Einzug in den sakralen Raum hielt, um der Verherrlichung Gottes zu dienen. Im Zuge dessen verlor sie immer mehr ihre profane Funktion und wurde zum sakralen Instrument schlechthin, das bis in die Gegenwart aus dem kirchlichen Kontext nicht wegzudenken ist. Die ge­gen Ende ← 11 | 12 → des 18. Jahrhunderts einsetzende Säkularisation führte zu einer Wiederentdeckung der Orgel für den weltlichen Bereich. Bauliche Innovationen und damit einhergehende spieltechnisch-musikalische Möglichkeiten eröffneten neue konzertante Perspektiven. Das Orgelvirtuosentum des 19. und 20. Jahrhunderts trug entscheidend dazu bei, dass Orgelspiel über die sakrale Gebrauchs­musik hinaus wahrgenommen und anerkannt wurde.

Details

Seiten
187
ISBN (ePUB)
9783653981001
ISBN (MOBI)
9783653980998
ISBN (PDF)
9783653043785
ISBN (Paperback)
9783631652718
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2014 (Juni)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. 187 S., 2 s/w Abb., 4 Tab., 5 Graf.

Biographische Angaben

Diana Rieger (Autor:in)

Diana Rieger studierte Schulmusik auf Lehramt an Gymnasien und Kirchenmusik. Sie ist hauptberufliche Kirchenmusikerin und widmet sich besonders dem Orgelspiel und der Organisten-Ausbildung. Zudem hält sie Seminare zum Hörtraining im Chor, worüber sie auch publiziert.

Zurück

Titel: Zur Aktualität klassischer Orgelschulen