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Schleichende Islamisierung?

Religionsfreiheit versus Religionsausübungsfreiheit in Europa

von Michael Többens (Autor:in)
Dissertation XIX, 134 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Darstellungsverzeichnis
  • Teil I Hauptteil
  • Kapitel 1 Einleitung
  • 1.1 Problemstellung
  • 1.2 Zielsetzung
  • 1.3 Methode
  • 1.4 Theorie
  • Kapitel 2 Religionsfreiheit Religionsausübung Religionsausübungsfreiheit
  • 2.1 Die Gesellschaft
  • 2.1.1 Tradition
  • 2.2 Freiheit
  • 2.2.1 Einschränkung
  • 2.3 Religion
  • 2.3.1 Definition
  • 2.4 Das Neutralitätsgebot
  • 2.5 Zusammenfassung
  • Kapitel 3 Die Sharia
  • 3.0.1 Die Ḥ adīthen
  • 3.0.1.1 Die Bedeutung
  • 3.0.1.2 Der Aufbau
  • Der Isnād
  • Der matn
  • 3.0.1.3 Die schiitische Variante
  • 3.1 Der sakrale Bereich der Sharia (Das Forum internum)
  • 3.1.1 Die fünf Säulen des Islam
  • 3.1.2 Die Speisevorschriften
  • 3.1.3 Das Schächten
  • 3.1.4 Die Feiertage
  • 3.1.5 Das Bestattungsritual
  • Zwischenergebnis
  • 3.2 Der profane Bereich der Sharia (Das Forum Externum)
  • 3.2.1 Das islamische Strafrecht
  • 3.2.1.1 Der Diebstahl
  • 3.2.1.2 Die Unzucht
  • 3.2.1.3 Die Verleumdung
  • 3.2.2 ta‘zir-Strafen
  • 3.2.3 Abschließende Betrachtung
  • Kapitel 4 Konflikte
  • 4.1 Die Bestattung nach islamischem Ritus
  • 4.1.1 Großbritannien
  • 4.1.2 Frankreich
  • 4.1.3 Deutschland
  • 4.1.4 Spanien
  • 4.1.5 Niederlande
  • 4.2 Die Speisevorschriften
  • 4.2.1 Großbritannien
  • 4.2.2 Frankreich
  • 4.2.3 Deutschland
  • 4.2.4 Spanien
  • 4.2.5 Niederlande
  • 4.3 Die Feiertage
  • 4.3.1 Großbritannien
  • 4.3.2 Frankreich
  • 4.3.3 Deutschland
  • 4.3.4 Spanien
  • 4.3.5 Niederlande
  • 4.4 Das Privatrecht
  • 4.4.1 Großbritannien
  • 4.4.2 Frankreich
  • 4.4.3 Deutschland
  • 4.4.4 Spanien
  • 4.4.5 Niederlande
  • Kapitel 5 Die Sharia in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten
  • 5.1 Das Beispiel Großbritannien
  • 5.1.1 Historische und gesetzliche Rahmenbedingungen
  • 5.1.1.1 Zwischenergebnis
  • 5.2 Das Beispiel Frankreich
  • 5.2.1 Historische und gesetzliche Rahmenbedingungen
  • 5.2.1.1 Zwischenergebnis
  • 5.3 Das Beispiel Deutschland
  • 5.3.1 Historische und gesetzliche Rahmenbedingungen
  • 5.3.1.1 Zwischenergebnis
  • 5.4 Das Beispiel Spanien
  • 5.4.1 Historische und gesetzliche Rahmenbedingungen
  • 5.4.1.1 Zwischenergebnis
  • 5.5 Das Beispiel Niederlande
  • 5.5.1 Historische und gesetzliche Rahmenbedingungen
  • 5.5.1.1 Zwischenergebnis
  • Kapitel 6 Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis
  • Anhang

← xviii | xix → Darstellungsverzeichnis

5.1Religionszugehörigkeit ← xix | xx →

← xx | 1 → Teil I
Hauptteil
← 1 | 2 →

← 2 | 3 → Kapitel 1Einleitung

Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist

(E.W. Böckenförde)

Am 1. Mai 2007 wurde eine eidgenössische Volksinitiative mit dem Titel „Gegen den Bau von Minaretten“ initiiert. Lanciert wurde sie von Politikern der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der EidgenössischDemokratischen Union (EDU). Am 8. Juli 2008 reichten Vertreter des Initiativkomitees 113.540 gültige Unterschriften bei der Schweizerischen Bundeskanzlei ein. Diese stellte am 29. Juli 2008 das formelle Zustandekommen der Initiative fest. Die Vorlage kam am 29. November 2009 zur Abstimmung und wurde – entgegen auf Umfragen beruhenden Voraussagen – von 57,5 Prozent der Abstimmenden, und mit 19,5 Prozent der Stände angenommen. Die Initiative verlangte, folgenden Wortlaut in die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft aufzunehmen: „Der Bau von Minaretten ist verboten“. Wissenschaftler und Politiker waren von diesem Ergebnis völlig überrascht und es kam im Nachgang zu heftigen Diskussionen über Menschenrechte im Allgemeinen und der Religionsfreiheit im Besonderen. Ein Volksentscheid dieser Art ist im deutschen Grundgesetz nicht vorgesehen. Dennoch artikulieren sich Teile der Bevölkerung immer deutlicher durch Demonstrationen oder Proteste anderer Art. Im August 2010 erschien das Buch des Autors Thilo Sarrazin mit dem Titel „Deutschland schafft sich ab“. Die Empörung der medialen Öffentlichkeit war groß, dennoch wurde das Buch mehr als 1,1 Millionen mal verkauft. Unabhängig vom Inhalt und unabhängig davon, ob das Buch auch von allen Käufern gelesen wurde, spiegelt es doch ein Stimmungsbild weiter Teile der Bevölkerung wider, das jedoch niemals zuvor so deutlich thematisiert wurde, nämlich die Sorge vor einer Islamisierung Europas durch eine falsch verstandene Toleranz der Staatengemeinschaft. Hier wurde deutlich, dass die öffentliche nicht mit der veröffentlichten Meinung korrespondiert. Während die islamischen Verbände mit immer neuen Forderungen an die Regierenden herantreten, resignieren große Teile der Gesellschaft wegen der immer weiteren Zugeständnisse und des Gefühls des ← 3 | 4 → Verlustes der eigenen Identität. Exemplarisch seien hier die Forderungen des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) aufgeführt, die aber so auch in den anderen Ländern der Europäischen Union gestellt werden.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland erwartet unter Punkt 20 seiner Charta von 2002 die Erfüllung folgender Forderungen:

Einführung eines deutschsprachigen islamischen Religionsunterrichts,

Einrichtung von Lehrstühlen zur akademischen Ausbildung islamischer Religionslehrer und Vorbeter (Imame),

Genehmigung des Baus innerstädtischer Moscheen,

Erlaubnis des lautsprechverstärkten [sic!] Gebetsrufs, Respektierung islamischer Bekleidungsvorschriften in Schulen und Behörden,

Beteiligung von Muslimen an den Aufsichtsgremien der Medien,

Vollzug des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Schächten,

Beschäftigung muslimischer Militärbetreuer,

Muslimische Betreuung in medizinischen und sozialen Einrichtungen,

Staatlicher Schutz der beiden islamischen Feiertage,

Zusammenfassung

Wird die Religionsfreiheit vom Islam missbraucht? Michael Többens befasst sich in seinem Buch mit einem für Europa sehr aktuellen Problem. In der Wahrnehmung der europäischen Bevölkerung nimmt der Islam eine immer präsentere Stellung ein. Es geht die Befürchtung einer Islamisierung Europas um. Der Autor untersucht an einigen Beispielen, in welchem Ausmaß islamischen Forderungen entsprochen wird. Dazu werden fünf Länder der Europäischen Union miteinander verglichen und der Frage nachgegangen, ob das Menschenrecht der Religionsfreiheit zum Vehikel für den Anspruch auf ein überdehntes Recht auf Religionsausübungsfreiheit wird.

Details

Seiten
XIX, 134
ISBN (PDF)
9783653054484
ISBN (ePUB)
9783653967425
ISBN (MOBI)
9783653967418
ISBN (Buch)
9783631662823
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2015 (Januar)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2015. XXI, 134 S.

Biographische Angaben

Michael Többens (Autor:in)

Michael Többens studierte Religions- und Politikwissenschaft sowie im Anschluss Religionen im kulturellen Kontext an der Leibniz-Universität Hannover. Vor seiner akademischen Laufbahn war er für die Bundeswehr mehrfach für längere Zeit im Ausland. Dort lernte er verschiedene Kulturen und Religionen kennen.

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