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Hamburgisch

Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum

von Andreas Bieberstedt (Band-Herausgeber:in) Jürgen Ruge (Band-Herausgeber:in) Ingrid Schröder (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 432 Seiten
Reihe: Sprache in der Gesellschaft, Band 34

Zusammenfassung

Das Hamburgische wird von einem Sprachkontakt zwischen Niederdeutsch und Hochdeutsch geprägt, der zu einer wechselseitigen strukturellen Beeinflussung beider Sprachen führte. Die Beiträge zeigen das Spektrum regionalsprachlicher Forschungsansätze, von variationslinguistischen Studien bis hin zu Ansätzen der aktuellen Sprachbiographieforschung und der Betrachtung sprachlicher Variation als Komponente eines umfassenderen semiotischen Systems als Enregisterment. Durch einen solchen multiperspektivischen Ansatz lassen sich die variativen Ausprägungen der Stadtsprache und die Mechanismen sprachlichen Wandels beschreiben. Struktur-, Wahrnehmungs- und Einstellungsdaten sowie biographische Daten sind miteinander ins Verhältnis zu setzen, um Sprachwirklichkeit umfassend erschließbar zu machen.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum – eine Einführung
  • Kontaktinduzierte sprachliche Variation in der Hamburger Peripherie. Ein Modell zur Messung sprachlicher Konvergenz
  • Dialekttiefe durch lexikalische Analyse messbar machen
  • Dialektalität im Generationenvergleich. Eine dialektometrische Analyse der Dialektalität sprachlicher Äußerungen niederdeutscher Dialektsprecher aus Kirchwerder (Hamburg)
  • „Aso, gans rain wi fröer iss dat nich!“ Selbsteinschätzung und Fremdbeurteilung im Spiegel von Dialektalitätswerten und sprecherbiographischen Aussagen
  • „Die Bremer sprechen natürlich immer dieses ‚e‘ so komisch.“ Laienlinguistische Selbst- und Fremdwahrnehmung in Bremen und Hamburg
  • Hamburger Missingsch gestern und heute
  • „Das hieß dann, die können kein richtiges Deutsch in der Schule.“ Autobiographische Äußerungen Hamburger Dialektsprecher zu ihrer schulischen Sprachsozialisation
  • Regionale Identität per Einkaufstüte. Eine Fallstudie zum Enregisterment des Niederdeutschen in Hamburg
  • Sprachstereotype und ihre Realisierungen im Gespräch am Beispiel des Niederdeutschen
  • Hamburger Variablenkatalog. Katalog sprachlicher Variablen zur metrischen Dialektalitätsmessung
  • Hamburger Transkriptionskonventionen
  • Reihenübersicht

Andreas Bieberstedt/Jürgen Ruge/Ingrid Schröder

Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum – eine Einführung

Das Hamburgische – verstanden als die Gesamtheit der in Hamburg verwendeten Varietäten1 – wird von einer historisch gewachsenen Mehrsprachigkeit und einem daraus resultierenden Sprachkontakt zwischen Niederdeutsch und Hochdeutsch geprägt, der zu einer wechselseitigen strukturellen Beeinflussung beider Sprachen führte. Ergebnisse dieses Kontaktes sind zum einen Wandelprozesse im Niederdeutschen, die sich als Advergenz des Dialektes in Richtung Standardsprache darstellen, zum anderen ein regional geprägter hochdeutscher Substandard, der historisch auf dem sogenannten Missingsch beruht und der gegenwärtig als standardnahe Varietät weiterhin ortstypische Merkmale eines niederdeutschen Substrats aufweist. Sofern lokale Sprecher über eine niederdeutsche Kompetenz verfügen, wird die Sprachwahl zwischen Niederdeutsch und Hochdeutsch adressatenabhängig und funktional gesteuert und führt zu Formen von Codeswitching, Codemixing und Codeshifting. Neben dem strukturellen Wandel des Niederdeutschen in Hamburg, der in der Sprachgeschichte seit dem 16. Jahrhundert angelegt ist2 und über lange Zeit mit dessen Stigmatisierung einhergeht, ist neuerdings ein Prestigegewinn regionaler Sprachformen zu verzeichnen. Als Auslöser für die zunehmend positive Bewertung des Niederdeutschen zeichnet sich dessen Gebrauchs- und Statuswandel von einem alltagssprachlichen Kommunikationsmittel zu einer Identifikationssprache3 als Mittel zur Generierung sozialer Bedeutung ab. Die hiermit skizzierten Entwicklungsprozesse lassen sich nur durch eine eingehende Betrachtung des gesamten regionalsprachlichen Spektrums4 nachzeichnen, wobei neben strukturellen Analysen auch solche zur Sprachwahrnehmung, zu Spracheinstellungen sowie zu Sprachbiographien notwendig sind. ← 7 | 8 →

Der Kenntnisstand zum Varietätensystem, zur Varietätenverwendung und zur Varietätenwahrnehmung im modernen Metropolenraum Hamburg ist nach wie vor gering.5 Daten zur Phonologie des Hamburger Niederdeutschen im Bereich der urbanen Peripherie liefern Kloeke zu Finkenwerder, Larsson zu Altengamme (Vierlande), Furcht zum Alten Land sowie von Essen zum Vokalismus des niederdeutschen Ortsdialektes von Kirchwerder.6 Eine phonologische Beschreibung einzelner Marschdialekte (Finkenwerder, Vierlande) bietet skizzenhaft auch Martens mit dem Versuch einer regionalen Differenzierung des Niederdeutschen in Hamburg.7 Die Phonologie des Hamburger Niederdeutschen allgemein behandeln Lasch und Bellamy.8 Zentrales Referenzwerk für die Erforschung des städtischen Niederdeutschen ist das Hamburgische Wörterbuch9 mit seinem Archiv. Hinzu kommen diverse auf das Wörterbuch bezogene Publikationen.10

Auch zum hochdeutschen Sprachlagenspektrum liegen nur einzelne Studien vor. In der variationslinguistischen Untersuchung von Auer werden relevante phonetisch-phonologische Merkmale der Hamburger Umgangssprache fokussiert und hinsichtlich möglicher Einflussfaktoren (Milieuzugehörigkeit, Stil, Alter, Geschlecht) überprüft.11 Weitere Studien zur regionalen Umgangssprache in Hamburg sind auf Fragen der intonatorischen Phonologie gerichtet.12 Ebenfalls dem hochdeutschen Substandardbereich gewidmet sind Untersuchungen zum Hamburger Missingsch als hochdeutscher Sprachvarietät auf niederdeutschem Substrat.13

Jenseits der regionalsprachlichen Perspektive sind darüber hinaus die Ergebnisse des Forschungsverbundes Linguistic Diversity Management in Urban Areas (LiMA) zur Mehrsprachigkeit im öffentlichen Raum zu nennen.14 Untersucht wurde in diesem Projekt die visuelle und auditive Landschaft im Hamburger ← 8 | 9 → Stadtteil St. Georg, der stark von kultureller und sozialer Vielfalt und Mehrsprachigkeit geprägt ist.

Das rezente städtische Varietätenspektrum ist Gegenstand eines variationslinguistischen Forschungsprojektes, das am Beispiel des Hamburgischen Sprachkontakt und Sprachvariation im städtischen Raum Norddeutschlands mit seiner spezifischen niederdeutsch-hochdeutschen Sprachlagenkonfiguration fokussiert. Im Blickfeld des Projektes steht das gesamte regionale Spektrum zwischen niederdeutschem Dialekt und hochdeutscher Standardsprache. Ausgangspunkt des Projektes ist die Hypothese, dass die Urbanisierung des Sprecherumfeldes und der damit einhergehende Wandel der sozialen Netzwerke sowie die Ausprägung individueller Sprecherbiographien einen entscheidenden Einfluss auf das variative Sprachverhalten sowie auf die Wahrnehmung und Bewertung der verschiedenen niederdeutschen und hochdeutschen Sprachformen haben. Daher sind unter methodisch-konzeptionellen Gesichtspunkten variationslinguistisch verankerte Analysen zur Varietätenstruktur, wahrnehmungsdialektologisch begründete Studien zur Salienz einzelner Merkmale und zur Selbsteinschätzung der Sprecher, soziolinguistische Untersuchungen zu Spracheinstellungen und zur Generierung sozialer Bedeutung sowie sprachbiographisch angelegte Studien zur kognitiv-sprachlichen Konstruktion von Sprecheridentitäten von Relevanz. Gebrauch und Wandel der Regionalsprache in ihren variativen Ausprägungen werden hierbei an die lebensweltlichen Bedingungen einer Großstadt rückgekoppelt, um den Zusammenhang von Urbanisierung und rezentem Sprachwandel aufzuklären.

Die Untersuchung ist in mehrere Teilprojekte gegliedert, die einen jeweils spezifischen Aspekt der Gesamtfragestellung bearbeiten. Analysiert werden Struktur und Verwendung des Niederdeutschen in zwei Bereichen der städtischen Peripherie mit stark divergentem Urbanisierungsgrad und -charakter (Altenwerder, Kirchwerder) sowie die Einstellungen gegenüber dem Niederdeutschen und der hamburgischen Umgangssprache im öffentlichen Sprachgebrauch.

Im Teilprojekt „Kirchwerder“ wird der gegenwärtige Sprachgebrauch niederdeutscher Dialektsprecher in einer Hamburger Randgemeinde mit vergleichsweise niedrigem Grad der Verstädterung im Kontext rezenter Urbanisierungsprozesse untersucht. Im Fokus der Untersuchung stehen ortsfeste Dialektsprecher, die das Niederdeutsche in zumindest einer Sprachdomäne (z. B. im Familienkreis oder am Arbeitsplatz) noch aktiv verwenden. Anhand von subjektiven sprachbiographischen Schilderungen und objektiven Sprachdaten, die in verschiedenen Situationen erfasst worden sind, werden u. a. Phänomene des hochdeutsch-niederdeutschen Sprachkontaktes untersucht und Determinanten individueller Sprachvariation beschrieben. Einen Schwerpunkt bildet die Analyse der biogra ← 9 | 10 → phischen Determinanten des Sprachgebrauchs und der Spracheinstellung. Ausgewertet wurden sprachbiographische Schilderungen und Sprachaufnahmen von insgesamt 73 Sprecherinnen und Sprechern.

Teile der Peripherie Hamburgs befinden sich durch den Ausbau des Hafens und der Flugzeugwerft in grundlegenden sozioökonomischen Wandelprozessen. Davon betroffen sind insbesondere die Stadtteile Altenwerder und Finkenwerder. Aufgrund des Baus neuer Hafenanlagen seit den 1980er Jahren wurden die Bewohner Altenwerders umgesiedelt, wodurch das traditionelle kommunikative Gefüge der dortigen Sprechergemeinde zerstört worden ist. Zur Dokumentation des niederdeutschen Dialektes führten Mitarbeiter der Universität Hamburg vor der Umsiedlung in den Jahren 1979/1980 Interviews und Sprachaufnahmen mit Ortsbewohnern durch, die ihre Gemeinde kurz zuvor verlassen hatten oder deren Umzug an einen neuen Wohnort unmittelbar bevorstand. Zwischen 2006 und 2010 wurden im Rahmen des Teilprojekts „Altenwerder“ erneut niederdeutsche Sprachdaten mit denselben Sprechern oder ihren Familienangehörigen erhoben. Durch eine vergleichende Analyse bietet sich die Möglichkeit, Veränderungen im Sprachgebrauch der vergangenen 30 Jahre zu untersuchen. Insgesamt konnten Daten von 20 Sprecherinnen und Sprechern neu erhoben werden.

In beiden Teilprojekten wurden Sprachaufnahmen in insgesamt sechs Settings durchgeführt: (1) sprachbiographische Tiefeninterviews (Kirchwerder: hochdeutsch; Altenwerder: niederdeutsch); (2) hochdeutsch-niederdeutsche Übersetzungstests (Abfrage ausgewählter Wenkersätze); (3) hochdeutsche Vorlesetests; (4) niederdeutscher freier Monolog mit Themenvorgabe (Kirchwerder) bzw. mit Vorlage von Fotos mit lokalen Motiven (Altenwerder); (5) hochdeutsche natürliche Alltagskommunikation (nur Kirchwerder); (6) niederdeutsche natürliche Alltagskommunikation. Beide Teilprojekte sind im Kern variationistisch angelegt, indem die Aufnahmen jeweils variablenlinguistisch untersucht werden.15 Für eine soziolinguistische Korrelation der ermittelten Variationsprofile werden die Interviews ausgewertet, wobei für das Teilprojekt „Kirchwerder“ eine Analyse der Sprachbiographien von zentraler Bedeutung ist, für das Teilprojekt „Altenwerder“ der Vergleich mit den Daten aus den Jahren 1979/80 im Sinne einer Longitudinal-Studie (real time-Analyse).

In dem von der DFG geförderten Teilprojekt „Spracheinstellungen gegenüber regionalen Sprachformen in der Großstadt: Niederdeutsch in Hamburg“ wird nach den Bedingungen und Funktionen der Verwendung des Niederdeutschen ← 10 | 11 → im öffentlichen Sprachraum gefragt. Der auffällige Befund, dass bei sinkender kommunikativer Relevanz das Niederdeutsche dennoch in Kultur und Medien fest verankert ist und öffentliche Beachtung findet, führt zu der Hypothese, dass Niederdeutsch als ein besonderes Ortsmerkmal wahrgenommen wird und gegenüber der kommunikativen Funktion die sozialsymbolische Funktion dieser Sprache an Bedeutung gewonnen hat. Die sukzessive funktionale Verschiebung, der Verwendung und Bewertung des Niederdeutschen aktuell unterliegen, soll durch eine Analyse des Sprachgebrauchs in öffentlichen Institutionen erhellt werden. Anhand von Interviews wird untersucht, welches Identifikationspotential mit dem Niederdeutschen verbunden ist. Im Vergleich dazu werden Bewertungen und Identifikationspotential der hamburgischen Umgangssprache betrachtet.

Alle drei Teiluntersuchungen weisen methodisch eine enge Vernetzung auf. Zusammen lassen sie Mechanismen des Dialektgebrauchs und des regionalsprachlichen Wandels im Hamburger Varietätenraum sichtbar werden und liefern allgemeingültige Erkenntnisse über den aktuellen Status und die rezente Entwicklung des Niederdeutschen im urbanen Bereich.

Einzelne Forschungserträge aus dem Projekt konnten bereits veröffentlicht werden. Eine erste Projektvorstellung mit einem Überblick über Ziele und Erhebungsmethoden wurde von Bieberstedt, Ruge und Schröder16 im Jahr 2008 publiziert. In der Folgezeit ist Bieberstedt dem Zusammenhang von Urbanisierung und Sprachwandel und der Differenzierung verschiedener Sprechertypen am Datenmaterial aus Kirchwerder nachgegangen.17 Er hat zudem einen differenzierten sprachbiographischen Ansatz modelliert18 und sprachbiographische Konzeptionen zum frühen Spracherwerb niederdeutscher Dialektsprecher erläutert.19 Ruge hat sich in zwei Untersuchungen dem dialektalen Wandel in Altenwerder und dem intergenerationellen Vergleich von Dialektsprechern aus dieser ehemaligen Sprechergemeinde gewidmet.20 Schröder stellte erste Ergebnisse zur Erforschung von Stereotypen zum Niederdeutschen vor.21

Weitere Ergebnisse des Projekts „Hamburgisch – Sprachkontakt und Sprachvariation im städtischen Raum“, das von den Herausgebern verantwortet wird, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Wesentlich ergänzt werden die hier vorgestellten Befunde durch aktuelle Forschungsaspekte in den Beiträgen von Yvonne ← 11 | 12 → Hettler zur Salienz regionaler Sprachformen, von Carolin Jürgens zur Generierung sozialer Bedeutung durch regionalsprachliche Merkmale und von Viola Wilcken zur Entwicklung des Hamburger Missingsch, denen an dieser Stelle dafür herzlich gedankt sei. Ihre bisherigen Publikationen erweitern das Themenspektrum, zum einen durch einen Vergleich der Wahrnehmung sprachlicher Merkmale in Hamburg mit der Situation in Bremen in den Studien von Yvonne Hettler22, zum andern durch die Untersuchung des Sprachgebrauchswandels und der Sprachwahrnehmung in den Arbeiten von Carolin Jürgens.23 Die Studien von Viola Wilcken sind unter diachroner Perspektive umfassend auf das Missingsch im norddeutschen Sprachraum gerichtet, beziehen aber hamburgische Texte ein.24

Die vorliegende Publikation umfasst elf Beiträge, deren einigendes Band der Untersuchungsgegenstand des Hamburgischen darstellt. Der erste Beitrag von Andreas Bieberstedt, Jürgen Ruge und Ingrid Schröder „Kontaktinduzierte sprachliche Variation in der Hamburger Peripherie. Ein Modell zur Messung sprachlicher Konvergenz“ stellt ein metrisches Messverfahren zur Ermittlung der Dialektalität vor, das eigens für das Projekt „Hamburgisch. Sprachkontakt und Sprachvariation im städtischen Raum“ entwickelt wurde. Spezifikum ist die genaue Passung an die lokalen sprachlichen Gegebenheiten, wodurch es ermöglicht wird, mithilfe einer Variablenanalyse den Dialektalitätsgrad von Sprachsequenzen zwischen hochdeutscher Standardsprache und niederdeutschem Basisdialekt auf phonologisch-phonetischer Ebene präzise zu verorten. Eine auf die lexikalische Ebene zielende Ergänzung dieses Messverfahrens wird von Jürgen Ruge unter dem Titel „Dialekttiefe durch lexikalische Analyse messbar machen“ vorgeschlagen. Dabei wird der idiosynkratische Lexemgebrauch im Verhältnis zu isomorphen Formen und lexikalischen Entlehnungen fokussiert, da nur durch eine kombinierte Analyse der beiden Sprachebenen eine adäquate Einordnung einer Sequenz in das regionalsprachliche Spektrum möglich ist. „Sprachvariation im Generationenvergleich” auf der phonologischen Ebene untersucht Andreas Bieberstedt unter Anwendung des bereits erwähnten Dialektalitätsmessverfahrens und greift dabei auch auf ältere Daten aus dem Jahr 1959 zurück, so dass er die Sprache von Sprechern aus vier Generationen gegenüberstellen kann. Bereits durch den sprechenden Titel „ ‘Aso, gans rain wi fröer iss dat nich!‘ – Selbsteinschätzung und Fremdbeurteilung im Spiegel von Dialektalitätswerten und sprecherbiographischen Aussagen“ weist Jürgen Ruge darauf hin, dass Dialektsprecher Wandelprozesse ← 12 | 13 → im eigenen Sprachgebrauch durchaus erkennen und ihre dialektale Kompetenz kritisch beurteilen können. Allerdings zeigen Vergleiche von Selbsteinschätzung und Dialektalitätsmessungen auch eine Diskrepanz, die darauf hindeutet, dass die Advergenz an die Standardsprache weitgehend ohne die bewusste Wahrnehmung der Sprecher vonstattengeht. In ihrem Beitrag „ ‘Die Bremer sprechen natürlich immer dieses ‚e‘ so komisch‘ “ vergleicht Yvonne Hettler die „Laienlinguistische Selbst- und Fremdwahrnehmung in Bremen und Hamburg“. Beschrieben werden die phonetisch-phonologischen Merkmale, die der Sprache dieser beiden Städte laienlinguistisch zugeschrieben werden, sowie ihre diatopische, diastratische und diaphasische Einordnung durch die Sprecher beider Städte. Viola Wilcken ermittelt in einer diachron angelegten variationslinguistischen Studie charakteristische sprachliche Merkmale des „Hamburger Missingsch gestern und heute“ auf den verschiedenen Sprachebenen unter Berücksichtigung von Texten, die zwischen 1805 und 2000 erschienen sind, und zeichnet die unterschiedlichen Bewertungen des Missingsch nach. Einem sprachbiographischen Ansatz folgt die Analyse von Andreas Bieberstedt „ ‘Das hieß dann, die können kein richtiges Deutsch in der Schule.‘ Autobiographische Äußerungen Hamburger Dialektsprecher zu ihrer schulischen Sprachsozialisation“. Anhand von Daten der mittleren Generation der 35- bis 60-Jährigen wird erörtert, auf welche Weise die Sprecher des Niederdeutschen die schulische Sprachwelt in der Retrospektive rekonstruieren. Die Frage nach sozialer Bedeutung der Sprachverwendung stellt Carolin Jürgens im Aufsatz „Regionale Identität per Einkaufstüte. Eine Fallstudie zum Enregisterment des Niederdeutschen in Hamburg“. Jürgens zeigt, dass das Niederdeutsche in Hamburg mit verschiedenen, zumeist positiven Zuschreibungen verbunden wird, die seinen Einsatz in der Öffentlichkeit befördern, wo es vor allem zur Konstruktion regionaler Identität genutzt wird. Ebenfalls der Konstruktion sozialer Bedeutung gehen Carolin Jürgens und Ingrid Schröder in ihrem Text „Sprachstereotype und ihre Realisierungen im Gespräch am Beispiel des Niederdeutschen“ nach, der die Stereotypenkomplexe „Niederdeutsch schafft eine positive Atmosphäre“ und „Niederdeutsch spricht man auf dem Lande“ rekonstruiert und ihre verschiedenen Realisierungsformen inhaltlich wie formal nachzeichnet. Der Band schließt mit dem „Katalog sprachlicher Variablen zur Dialektalitätsmessung“ und den „Hamburger Transkriptionskonventionen“, die wesentliche Arbeitsinstrumente des „Hamburgisch“-Projektes darstellen und hiermit für weitere Analysen zur Verfügung gestellt werden. Sie sind so angelegt, dass sie modifiziert auf die sprachlichen Verhältnisse im gesamten niederdeutschen Sprachraum übertragbar sind.

Die Texte zeigen das breite Spektrum regionalsprachlicher Forschungsansätze von variationslinguistischen Studien mithilfe von Variablenanalysen bis hin zu ← 13 | 14 → den Ansätzen der aktuellen Sprachbiographieforschung und der Betrachtung sprachlicher Variation als Komponente eines umfassenderen semiotischen Systems als Enregisterment. Erst durch einen solchen multiperspektivischen Ansatz lassen sich die variativen Ausprägungen der Stadtsprache und die Mechanismen sprachlichen Wandels beschreiben, wobei deutlich wird, dass ein Komplex sozialer und individueller Komponenten diesem zugrunde liegt. Struktur-, Wahrnehmungs- und Einstellungsdaten sowie biographische Daten sind miteinander ins Verhältnis zu setzen, um Sprachwirklichkeit umfassend erschließbar zu machen.

Diesen Band widmen wir Dieter Möhn, der am 1. Juli 2016 seinen 80. Geburtstag feiert. Wir haben ihm über die Jahrzehnte hinweg eine Reihe von grundlegenden Forschungsbeiträgen zur regionalen sprachlichen Variation und vor allem auch zur Sprachgeschichte Hamburgs25 zu verdanken, auf die auch in den vorliegenden Analysen immer wieder Bezug genommen wird.

Literatur

Auer, Peter: Hamburger Phonologie. Eine variationslinguistische Skizze zur Stadtsprache der Hansestadt heute. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 65 (1998), S. 179–197.

Auer, Peter/Gilles, Peter/Peters, Jörg/Selting, Margret: Intonation regionaler Varietäten im Deutschen. Vorstellung eines Forschungsprojektes. In: Stellmacher, Dieter (Hrsg.): Dialektologie zwischen Tradition und Neuansätzen. Beiträge der Internationalen Dialektologentagung, Göttingen, 19.–21. Oktober 1998 ← 14 | 15 → (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beih.; 109). Stuttgart 2000, S. 222–239.

Bellamy, Sidney Eugène: Hamburg Low German: Current status and phonology. Diss. Austin (Texas) 1968.

Bieberstedt, Andreas: Hochdeutsch-niederdeutsche Sprachvariation in der Hamburger Peripherie. Zum Zusammenhang von Urbanisierung und rezentem Sprachwandel in Norddeutschland. In: Christen, Helen/Ziegler, Evelyn (Hrsg.): Sprechen, Schreiben, Hören – Zur Produktion und Perzeption von Dialekt und Standardsprache zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Beiträge zum 2. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen, Wien, 20.–23. September 2006. Wien 2008, S. 37–61.

Bieberstedt, Andreas: „In meinem Elternhaus wurde nur Plattdeutsch gesprochen.“ Sprachbiographische Konzeptionen Hamburger Dialektsprecher zum frühen Spracherwerb. In: Langhanke, Robert (Hrsg.): Sprache, Literatur, Raum. Festgabe für Willy Diercks. Bielefeld 2015, S. 205–237.

Bieberstedt, Andreas: Lebenslauf und Sprachbiographie. Versuch einer sprachbiographischen Modellbildung aus dialektologischer Perspektive In: Jürgens, Carolin/Schröder, Ingrid (Hrsg.): Sprachliche Variation in autobiographischen Interviews. Theoretische und methodische Zugänge. i. V.

Bieberstedt, Andreas/Ruge, Jürgen/Schröder, Ingrid: Hamburgisch – Sprachkontakt und Sprachvariation im städtischen Raum. Eine Projektskizze. In: Niederdeutsches Jahrbuch 131 (2008), S. 159–183.

Essen, Otto von: Die Vokale der niederdeutschen Mundart von Kirchwerder. In: Zeitschrift für Phonetik und Allgemeine Sprachwissenschaft 11 (1958), S. 105–118.

Essen, Otto von: Kirchwerder bei Hamburg (Lautbibliothek der deutschen Mundarten; 33/34). Göttingen 1964.

Furcht, Otto: Die Mundart des Alten Landes (bei Hamburg). Hamburg 1934.

Hamburgisches Wörterbuch. Auf Grund der Vorarbeiten von Christoph Walther und Agathe Lasch hrsg. von Hans Kuhn und Ulrich Pretzel, fortgeführt von Beate Hennig, Jürgen Meier und Dieter Möhn. Bd. 1–5. Neumünster 1985–2006.

Harte, Günter/Meier, Jürgen: „Kannst du mi dat vertellen?“ Vorgeschichte, Gestalt und Erfolg einer Umfrage-Serie im „Hamburger Abendblatt“. In: Michelsen, Friedrich W. (Hrsg.): Niederdeutsche Tage in Hamburg 1979. 75 Jahre Vereinigung Quickborn. Hamburg 1979, S. 145–151.

Hennig, Beate/Meier, Jürgen: Kleines Hamburgisches Wörterbuch. Plattdeutsch-Hochdeutsch. Hochdeutsches Register. 2. unveränd. Aufl. Neumünster 2006.

Hettler, Yvonne: „Nach Müllers geht man nicht!“ Zur Salienz und Bewertung morpho-syntaktischer Phänomene in Bremen und Hamburg. In: Hettler, ← 15 | 16 → Yvonne/Jürgens, Carolin/Langhanke, Robert/Purschke, Christoph (Hrsg.): Variation, Wandel, Wissen. Studien zum Hochdeutschen und Niederdeutschen (Sprache in der Gesellschaft; 32). Frankfurt a. M. [u. a.] 2013, S. 161–182.

Hettler, Yvonne: Salienz, Bewertung und Realisierung regionaler Merkmale in Norddeutschland. In: Linguistik online 66 (2014), H. 4, S. 71–90.

Hettler, Yvonne: Salienz, Bewertung und Realisierung regionaler Sprachmerkmale in Bremen und Hamburg. Diss. Universität Hamburg 2015.

Hüllen, Werner: Identifikationssprachen und Kommunikationssprachen. Über Probleme der Mehrsprachigkeit. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik 20 (1992), S. 298–317.

Jürgens, Carolin: „Plattdeutsch ist Hobbysprache“. Der individuelle Wandel des Sprachgebrauchs Hamburger Niederdeutschsprecher. In: Sahel, Sahid/Vogel, Ralf (Hrsg.): NLK-Proceedings: 12. Norddeutsches Linguistisches Kolloquium. Braunschweig 2011, S. 1–23. URL: http://biecoll.ub.uni-bielefeld.de/volltexte/2012/5259 (zuletzt aufgerufen am 01.04.2016).

Jürgens, Carolin: Niederdeutsch im Wandel. Sprachgebrauchswandel und Sprachwahrnehmung in Hamburg (Deutsche Dialektgeographie; 119). Hildesheim 2015 [= 2015a].

Jürgens Carolin: Hamburgisch, Missingsch, Barmbek Basch. Die Wahrnehmung eines regionalen Substandards durch linguistische Laien in Hamburg. In: Langhanke, Robert (Hrsg.): Sprache, Literatur, Raum. Festgabe für Willy Diercks. Bielefeld 2015, S. 182–204 [= 2015b].

Kloeke, Gesinus Gerhardus: Der Vokalismus der Mundart von Finkenwärder bei Hamburg (Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten; 30. 1912, Beih. 11). Hamburg 1913.

Larsson, Hugo: Lautstand der Mundart der Gemeinde Altengamme (in den Vierlanden bei Hamburg) (Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten; 34. 1916, Beih. 1). Hamburg 1917.

Lasch, Agathe: Beiträge zur Geschichte des Neuniederdeutschen in Hamburg. I: Vokalismus. II: Konsonantische Erscheinungen. III: Zur Flexionslehre. In: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 44 (1918), S. 1–50. [Neuabdruck in: Lasch, Agathe: Ausgewählte Schriften zur niederdeutschen Philologie. Hrsg. von Robert Peters und Timothy Sodmann. Neumünster 1979, S. 413–462.]

Lasch, Miguel: Aussprache von /# sp/ und /# st/ in der Hamburger Umgangssprache. In: Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 96 (1989), S. 11–14. ← 16 | 17 →

Martens, Peter: Hamburgisch. Geest-Mundart, Marsch-Mundart, Missingsch. In: Deutsche Dialekte. 9 Dialekte der Bundesrepublik Deutschland (Inter Nationes. Kultureller Tonbanddienst; 40179). Bonn 1981, S. 257–388.

Martens, Peter: Niederdeutsche Dialekt-Varianten in Hamburg. In: Peters, Robert/Pütz, Horst/Weber, Ulrich (Hrsg.): Vulpis Adolatio. Festschrift für Hubertus Menke zum 60. Geburtstag (Germanistische Bibliothek; 11). Heidelberg 2001, S. 487–503.

Meier, Jürgen: Zur Behandlung der Syntax in den niederdeutschen Dialektwörterbüchern. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 45 (1978), S. 289–311.

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Meier, Jürgen: Die Vereinigung Quickborn und das Hamburgische Wörterbuch. Ein Beitrag zur Geschichte nicht nur der niederdeutschen Lexikographie. In: Michelsen, Friedrich W./ Müns, Wolfgang/Römmer, Dirk (Hrsg.): Dat’s ditmal allns, wat ik weten do, op’t anner Mal mehr… 100 Jahre Quickborn, Vereinigung für Niederdeutsche Sprache und Literatur e. V. Hamburg 2004, S. 168–174.

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Redder, Angelika/Pauli, Julia/Kießling, Roland/Bührig, Kristin/Brehmer, Bernhard/Breckner, Ingrid/Androutsopoulos, Jannis (Hrsg.): Mehrsprachige Kommunikation in der Stadt. Das Beispiel Hamburg (Mehrsprachigkeit; 37). Münster/New York/München/Berlin 2013.

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Ruge, Jürgen: Dialektveränderung in drei Generationen. Untersuchungen auf lexikalischer und phonetisch-phonologischer Ebene. In: Langhanke, Robert (Hrsg.): Sprache, Literatur, Raum. Festgabe für Willy Diercks. Bielefeld 2015, S. 353–373.

Details

Seiten
432
ISBN (ePUB)
9783631695906
ISBN (PDF)
9783653067132
ISBN (MOBI)
9783631695913
ISBN (Hardcover)
9783631673898
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (August)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 432 S., 15 s/w Abb., 51 Tab.

Biographische Angaben

Andreas Bieberstedt (Band-Herausgeber:in) Jürgen Ruge (Band-Herausgeber:in) Ingrid Schröder (Band-Herausgeber:in)

Andreas Bieberstedt forscht und lehrt als Professor für Niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Rostock. Jürgen Ruge ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsstelle Hamburgisches Wörterbuch und der Niederdeutschen Abteilung der Universität Hamburg tätig. Ingrid Schröder hat eine Professur für Linguistik des Deutschen und Niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Hamburg inne.

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