Lade Inhalt...

Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

von Steffan Davies (Band-Herausgeber:in) David Midgley (Band-Herausgeber:in)
Konferenzband 304 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Title Page
  • Copyright
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Zur Einführung
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Natur- und Weltauffassung
  • „Da sitz ich in mei’m Stübele und spiel mit runde Stein.“ Erkenntnis der Natur bei Döblin und Goethe
  • Elcio Loureiro Cornelsen: „Mir ist keine seellose Materie bekannt.“ Alfred Döblins ‚beseelter‘ Naturalismus
  • Marion Brandt: „Es wölbt sich meerestief, abgrundtief über mir mit blinkenden Gestirnen.“ Das Motiv des Sternenhimmels in Alfred Döblins Reise in Polen
  • Sebastian Musch: Döblin’s Observations on Human Nature and Futurism in Light of Adorno and Horkheimer’s Critique of Buddhism
  • Swen Schulte Eickholt: Ent-fesselte Natur. Zur Symbiose von Technik und Natur in Döblins Märchen vom Materialismus
  • Technisierte Welt
  • Karsten Uhl: Reuleaux und das Ende der Gelehrtenkultur: Technokratisches Wissen in den Berlin-Texten Döblins
  • David-Christopher Assmann: Zur Funktion des Mülleimers in Döblins Die Ermordung einer Butterblume
  • Mirjana Stančić: Elemente des Posthumanismus in Alfred Döblins erstem Berliner Roman, Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine
  • Gregor Babelotzky: „Der technische Geist geht durch die Straßen“: Reklame und Propaganda in Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz
  • Vera Kaulbarsch: „Und das läuft, und da kann keiner ausweichen.“ Technik und Dämonie in Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz
  • Mario Slugan: The Role of Montage in Berlin Alexanderplatz in Relation to Technology, Nature and the Psyche
  • Ansichten vom Menschlichen
  • Oliver Völker: Die Erde – ausbuchstabiert: Alfred Döblins Berge Meere und Giganten
  • Gabriele Sander: „Damals gehörten […] die Frauen zu den aktivsten Elementen.“ Die Geschlechterproblematik in Alfred Döblins Roman Berge Meere und Giganten
  • Ernest Schonfield: Das menschliche Gesicht bei Döblin, Sander und Lévinas
  • Robert Craig: Monsters and Other Cyborgs: The ‘Posthuman’ in Berge Meere und Giganten
  • Carl Gelderloos: Döblins Subjektkritik als kritischer Posthumanismus
  • Bibliographie
  • Bibliographie der Neuerscheinungen zum Werk Alfred Döblins (XII)
  • Verzeichnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

←8 | 9→

Zur Einführung

„Natur, Technik und das (Post-)Humane“ war das angekündigte Thema des 21. Internationalen Alfred-Döblin-Kolloquiums, das im September 2017 in Cambridge, England, stattfand. Mit der Wahl dieses Themas hofften die Veranstalter, eine intensive Fokussierung auf zentrale Merkmale von Döblins weltanschaulicher Orientierung und deren Bedeutung für seine schriftstellerische Leistung zustande zu bringen; und diese Hoffnung ist insofern in Erfüllung gegangen, als die auf dem Kolloquium gehaltenen Vorträge, die alle in ausgearbeiteter Form in diesem Band enthalten sind, in je eigener Weise zur Klärung der drei im Titel genannten Aspekte beigetragen haben. Die Herausgeber freuen sich insbesondere darüber, dass neben altgedienten Döblin-Forschern auch junge Wissenschaftler mit neuen Ansätzen und Perspektiven an dieser Publikation beteiligt sind, darunter einige aus der englischsprachigen Welt, deren Beiträge hier auch zum Teil in englischer Sprache erscheinen.

Die Beiträge ließen sich fast gleichmäßig in drei Gruppen einteilen, in denen jeweils einer der genannten Aspekte im Vordergrund steht – wobei auch Querbeziehungen zwischen den thematischen Hauptbereichen in mehreren Beiträgen evident sind. Die erste Gruppe bietet verschiedene Perspektiven auf die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Christina Althen geht hier den Spuren der Vertiefung von Döblins Interesse für Naturphilosophie um 1920 nach und stellt heraus, welche Bedeutung Goethes Farbenlehre und mineralogische Untersuchungen in dieser Phase für Döblin gewannen. Elcio Loureiro Cornelsen untersucht anhand von Döblins Aufsatz Die Natur und ihre Seelen (1922) die Implikationen von dessen Auffassung der ganzen Naturwelt als ‚beseelt‘ und schließt daraus, dass Döblins damalige Einstellung keinen Sonderstatus im Weltgeschehen für den Menschen zulasse. Demgegenüber stellt Marion Brandt – unter Berücksichtigung der erhaltenen Handschriften und Notizen zu Döblins Reise in Polen (1926) – jene Resonanzen im Motiv vom Sternenhimmel in diesem Text heraus, die für seine Kritik des Rationalismus, für den religiös-mystischen Aspekt seiner Naturphilosophie, und für die Vorstellung einer zentralen Stellung des Menschen in einer als beseelt gedachten Natur zeugen würden. Sebastian Musch unterzieht Döblins Aufsatz Buddho und die Natur (1921) einer kritischen Analyse, erkennt an ihm eine nuancierte Auffassung des Buddhismus im Vergleich zur Darstellung des Themas in der Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno, und stellt bei Döblin eine Ablehnung der buddhistischen wie auch aller religiösen Dogmatik fest. Auf ihre Aussagekraft in Bezug auf die Stellung des Menschen ←9 | 10→in der (Natur-)Welt hin untersucht Swen Schulte Eickholt schließlich die späte Erzählung Märchen vom Materialismus (1943–1944) und arbeitet insbesondere den Charakter dieses Werks als ironisch-kritische Darstellung vom Fehlverhalten der Menschen gegenüber der Natur heraus.

In unserem zweiten Teil bildet die Technisierung der Welt – zu Döblins Zeit und seither – den zentralen Bezugspunkt der Beiträge. Hier bietet Karsten Uhl eine gründliche Charakterisierung der Wissenskultur auf dem Gebiet der Technik, auf die Döblin in Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine (1918) und Berlin Alexanderplatz (1929) sowie in der Erzählung Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord (1925) Bezug nimmt und die er stellenweise mit deutlicher Skepsis darstellt. David-Christopher Assmann stellt seine Analyse von Döblins früher Erzählung Die Ermordung einer Butterblume (1905) in Beziehung zu der um 1900 eingeführten Regelung der Müllbeseitigung und sucht auf dieser Grundlage nach einem Organisationsprinzip, das die von der Forschung an Döblins Text konstatierte Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten miteinander verbinden könnte. Im Lichte aktueller posthumanistischer Theorien arbeitet Mirjana Stančić den innovativen Charakter des Romans Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine heraus, in dem einerseits die Menschwerdung der Maschine und andererseits der simulierte Tod, den Wadzek erfährt, Döblins radikalen Bruch mit der traditionellen Romankunst markieren. Im ersten von drei Beiträgen zu Berlin Alexanderplatz hebt Gregor Babelotzky Döblins Verteidigung der Technik gegen die zeitgenössische konservative Kulturkritik hervor und arbeitet einzelne Beziehungen zwischen Döblins Text und der Präsenz von Reklame und Propaganda in der Großstadt heraus. Anhand von Vergleichen mit Schilderungen des technisierten Kriegsgeschehens in den Memoiren von Kriegsteilnehmern untersucht Vera Kaulbarsch die Bildsprache und insbesondere den Aspekt des Dämonischen in Döblins Darstellung der Technik in Berlin Alexanderplatz. Mario Slugan schließlich erklärt vor dem Hintergrund der innovativen Filmtechnik der 1920er Jahre den Gebrauch des Begriffs ‚Montage‘ in zeitgenössischen Rezensionen von Berlin Alexanderplatz und fragt nach den Implikationen der gemeinten Erzähltechnik für die epische Form, nach der Döblin gesucht hat.

Im dritten Teil, der den Titel „Ansichten vom Menschen“ trägt, konzentriert sich die Diskussion vorwiegend – aber nicht ausschließlich – auf Döblins Zukunftsroman Berge Meere und Giganten (1924). Mit einer Analyse von zwei spezifischen Textstellen aus der „Zueignung“ zu diesem Roman sowie aus der Einleitung zur Island-Expedition im 6. Buch weist Oliver Völker einerseits auf die enge Beziehung hin, in die Döblin den menschlichen Schreibakt selbst zu den im Erzähltext evozierten Naturkräften stellt, und arbeitet andererseits die präzise Erzähltechnik heraus, mittels deren Döblin Naturgewalten – die physischen Prozesse der Erde – zur eigentlichen Hauptfigur des Erzählgangs werden lässt, obwohl sie sich in ihren Ausmaßen ←10 | 11→dem normalen menschlichen Fassungsvermögen entziehen. Gabriele Sander untersucht – unter Berücksichtigung einschlägiger zeitgeschichtlicher Diskurse über Geschlechts- und Rassenunterschiede – Döblins Darstellung der Geschlechterproblematik und der radikalisierten Konflikte zwischen den Geschlechtern in Berge Meere und Giganten, sowie auch die Vielfalt an Weiblichkeitsimaginationen und unkonventionellen Geschlechtsidentitäten, die dort evoziert werden. Auf der Grundlage einer Analyse von zwei anderen Texten von Döblin – der Einleitung, die er für August Sanders Fotobuch Antlitz der Zeit (1929) verfasste, und die frühe Erzählung Der Dritte (1911) – zieht Ernest Schonfield einige Parallelen zwischen der Einstellung Döblins und dem Denken von Emmanuel Lévinas im Hinblick auf die ethische Verantwortung des Menschen gegenüber dem Anderen. Robert Craig bespricht den Aspekt der ‚dystopischen Utopie‘, die der Darstellung der Biotechnik in Berge Meere und Giganten aneignet, und setzt die dort beschriebenen Zukunftsszenarien in Beziehung zum Denken von N. Katherine Hayles u. a. über die fließenden Grenzen zwischen dem Natürlichen und dem Maschinellen. Nach dem genauen Verhältnis, in dem die Themen und Tendenzen dieses Romans zum gegenwärtigen theoretischen Diskurs über das ‚Posthumane‘ stehen würden, fragt auch Carl Gelderloos und gelangt zu dem Schluss, dass dieses Verhältnis weniger durch eine Neigung zum technophilen ‚Transhumanismus‘ und mehr durch eine spezifische Kritik am klassischen Humanismus charakterisiert sei.

Wie üblich enthält dieser Band auch die von Gabriele Sander dankbarerweise bewerkstelligte Bibliographie der neuesten wissenschaftlichen Publikationen zum Werk Alfred Döblins.

Die Herausgeber bedanken sich im Namen der Internationalen Alfred-Döblin-Gesellschaft beim Deutschen Akademischen Austauschdienst sowie beim St. John’s College, Cambridge, für ihre großzügige finanzielle Unterstützung, ohne welche das Abhalten des Kolloquiums in Cambridge nicht möglich gewesen wäre. Ein weiterer erfreulicher Aspekt des Kolloquiums war die aktive Teilnahme des Döblin-Übersetzers Damion Searls, die ebenfalls durch die genannte Unterstützung ermöglicht wurde und der Döblin-Forschung die Möglichkeit geboten hat, an die Bemühungen all derjenigen anzuknüpfen, die zur besseren Kenntnis von Döblins Werken in der englischsprachigen Welt beizutragen hoffen.

David Midgley (Cambridge), Steffan Davies (Bristol), im Oktober 2018.

←16 | 17→

„Da sitz ich in mei’m Stübele und spiel mit runde Stein.“ Erkenntnis der Natur bei Döblin und Goethe

Christina Althen

Abstract: Döblins medizinische und naturwissenschaftliche Ausbildung war von Anfang an auch auf Naturphilosophie ausgerichtet. Als er dieses Interesse um 1920 vertieft, beginnt seine Wertschätzung für Goethe, er bemerkt die Nähe ihrer beider Art des Sehens. Am Beispiel von Goethes Farbenlehre und Döblins Unser Dasein zeigt sich die Kongenialität ihrer Naturphilosophie. Beide Dichterphilosophen opponierten – wie sich zeigt zu Recht – gegen vorherrschende Meinungen ihrer Epoche. Für Döblins Biographie wird deutlich, dass er auch in Sachen Mineralogie mehr als bisher bekannt auf Goethes Spuren unterwegs war.

Keywords: DöblinGoethe, Natur, Naturphilosophie, Naturwissenschaft, Mineralogie

Mit der Frage nach der Natur trifft das Thema des Kolloquiums den Kern von Döblins Selbstverständnis. Obwohl er Mediziner und Naturwissenschaftler war, haben Fachkollegen und Philosophen wenig Kenntnis von seiner Naturphilosophie genommen, und Literaturwissenschaftler ordnen naturwissenschaftliche Aspekte den poetischen unter. Ein Beispiel für einseitige Wahrnehmung ist die Interpretation der Danksagung in Döblins Dissertation. Hier wird der Nachname „Warburg“ genannt, und die Forschung ging bislang davon aus, dass der Kulturphilosoph Aby Warburg gemeint sei und sah einen Kontext zu Döblins Nietzscherezeption.1 Döblin dankte aber dem Physiker Emil Warburg (1846–1931), seit 1894 Ordinarius in Berlin, bei dem er im Sommersemester 1902 fünfmal pro Woche Experimentalphysik studiert hatte. Wenn man bedenkt, dass Emil Warburgs Thema „Licht und Elektrizität“ war, steht nicht nur Döblins Danksagung in einem anderen Licht, sondern auch sein zentraler naturphilosophischer Begriff der Resonanz, anhand dessen er in Unser Dasein physikalische Schwingungskreise beschreibt, ebenso wie ←17 | 18→Prozesse, die sich in und an dem Künstler vollziehen.2 Warburgs Dissertation von 1867 behandelt unter dem Titel De systematis corporum vibrantium ein spezielles Schwingungssystem, und er war Verfasser eines Lehrbuches für Experimentalphysik, damals noch nicht getrennt von theoretischer Physik. So findet sich Emil Warburgs Name auf einer zur DDR-Zeit errichteten Gedenkwand für Physiker der Berliner Universität in der Chausseestraße 115, die ‚Bleibendes‘ zur Entwicklung der Physik beitrugen.

Döblin verfolgt in seinem Werk das Bestreben, den tradierten Gegensatz von Natur/Technik und Geist/Kunst aufzuheben. Für sich selbst hat er mit Artikeln wie Arzt und Dichter (1927) und Zwei Seelen in einer Brust (1928) eine irritierende Fährte gelegt, indem er die Kluft zwischen Arzt und Schriftsteller betonte. Das gilt aber nur für den ‚Alltag‘; „im strengen Sinne“, d.h. für ihn als Künstler verbinden sich Medizin, literarische und philosophische Arbeit im „Naturismus“, dem allseitigen Bezug auf Realitäten.3 Das Ich über der Natur und Unser Dasein zeigen, wie Wissenschaften, Medizin, Philosophie, Kunst, Theorie, Praxis, Geist und Leib aus Döblins Sicht ineinander greifen. Aber Döblins ‚Naturbücher‘ erfahren ein ähnliches Schicksal wie Goethes, der sein halbes Leben an der Farbenlehre arbeitete und von Generationen eher belächelt wurde für seinen Angriff auf Newton.4 Heute erweisen die Forschungen von Olaf Müller, der an der Humboldt-Universität Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften lehrt, dass Goethe in weiten Teilen Recht hatte. In seinem 2015 erschienenen Buch Mehr Licht. Goethe mit Newton im Streit um die Farben schildert Müller, wie er als Habilitand in Göttingen ein philosophiehistorisches Thema bearbeiten wollte und meinte, mit Goethes Farbenlehre habe er leichtes Spiel. Das Gegenteil war der Fall. Fünfzehn Jahre lang befasste Müller sich schließlich mit diesem Thema, in Kooperation mit Physikern, Farbforschern, Wissenschaftshistorikern und ←18 | 19→Künstlern, und das Resultat ist eine „Verteidigung der wichtigsten Ideen Goethes zur Optik“.5

Zu Goethes Auseinandersetzung mit Newton gibt es bei Döblin eine Parallele, nämlich die Auseinandersetzung mit Einstein im Jahr der Verleihung des Nobelpreises an Einstein. Die Bestätigung der Forschungsergebnisse Einsteins durch die Royal Society im November 1919 bedeutete die Ablösung des Newtonschen Weltbildes.

Döblin bestreitet in seinem Artikel Die abscheuliche Relativitätstheorie vom 24. November 1923 nicht Einsteins Forschungsergebnisse, sondern wendet sich gegen eine Reduktion der Naturerkenntnis auf mathematische Prinzipien.6 Im Rahmen der Ausgewählten Werke in Einzelbänden sollte dieser Artikel wie andere naturphilosophische Aufsätze, die in Das Ich über der Natur (1927) eingingen,7 dokumentiert werden.8 Wichtig ist der Kontext der Einsteinkritik in Das Ich über der Natur: Hier lässt der Autor nämlich auf die Invektive gegen die Einseitigkeit der Naturwissenschaften unmittelbar die Gegenrede folgen: „Lobpreisung der exakten Forschung“.9 Die diskursive ←19 | 20→Exposition mündet in Döblins eigenen naturphilosophischen Ansatz, die Phänomenologie des Wassers.10

Kongenialer Begriff der Natur bei Goethe und Döblin

Döblin und Goethe kritisieren die Vorherrschaft der principia mathematica in ihrer Zeit, und darüber hinaus stimmen sie überein in ihrem poetologischen Ansatz eines an Tatsachen orientierten Blicks auf die Welt. Wie tief diese Übereinstimmung reicht, ist bislang von der Forschung nicht wahrgenommen worden. Goethe fordert in seiner Farbenlehre, dass man „die einfachste Erscheinung als Grundformel behandelte und die mannigfaltigern von daher ableitete und entwickelte“ (§ 755) und warnt vor falscher Anwendung von Mathematik, unter der die Farbenlehre besonders gelitten habe (§ 724).

Die bislang einzige Untersuchung zu Döblins Goethe-Rezeption hat Werner Stauffacher vorgelegt. Ihm fiel an der Einsteinkritik die Nähe zu Goethes Farbenlehre und dem Konflikt mit Newton auf, es fehlte ihm jedoch der Beleg.11 Dieser findet sich in einem Linke-Poot-Beitrag für Die Neue Rundschau 1919 unter dem Titel An die Geistlichkeit, wo es heißt:

Details

Seiten
304
ISBN (PDF)
9783034339438
ISBN (ePUB)
9783034339445
ISBN (MOBI)
9783034339452
ISBN (Buch)
9783034338974
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Dezember)
Schlagworte
Natur Döblin Technik posthuman Posthumanismus Wissenskultur Ethik Dystopie Erzählpraxis
Erschienen
Bern, Berlin, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2019. 304 S., 1 s/w Abb.

Biographische Angaben

Steffan Davies (Band-Herausgeber:in) David Midgley (Band-Herausgeber:in)

Steffan Davies ist Senior Lecturer in German an der Universität Bristol. Dort unterrichtet und forscht er u. a. zur Weimarer Klassik, zu Alfred Döblin und zur deutschsprachigen Exilliteratur. David Midgley hat bis zu seiner Emeritierung 2015 an der Universität Cambridge deutsche Literatur und Geistesgeschichte gelehrt. Seit einigen Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Forschungen auf den Werken Alfred Döblins.

Zurück

Titel: Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017