Eine Christenlehre in mexikanischer Bilderschrift mit Dokumenten zur Geschichte Mexikos
Das Manuskript Mexicain 399 der Bibliothéque Nationale de France
Zusammenfassung
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Copyright
- Autorenangaben
- Über das Buch
- Zitierfähigkeit des eBooks
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Zusammenfassung
- 1. Einführung
- 2. Die Vorarbeiten und Schwierigkeiten der Missionsarbeit
- 2.1. Die Missionsliteratur
- 2.2. Die Christenlehre in Bildern, Doctrinas und Katechismen in Bilderschrift
- 2.3. Entstehungszeit und Stil der Doctrinas
- 3. Die Doctrina Christiana und der Katechismus in Bilderschrift im Ms. 399, Fond Mexicain 16 BnF
- 3.1. Vorbemerkungen zur Doctrina Christiana des Ms. 399, Fond Mexicain 16
- 3.2. Zur Geschichte des Manuskripts 399 BnF
- 3.3. Die äußere Form des Manuskripts 399 BnF
- 3.4. Die Schreiber
- 3.5. Die Textverteilung
- 3.6. Zum Entstehungsort und zur Datierung
- 3.7. Die Malweise und der Stil
- 4. Methodische Vorgehensweise zur Interpretation des Ms. 399
- 5. Die Motive und Zeichen
- 5.1. Das Gottesmotiv
- 5.2. Jesus Christus
- 5.3. Der Heilige Geist
- 5.4. Die Heilige Dreifaltigkeit
- 5.5. Maria
- 5.6. Die Weltvorstellung in Bildern
- 5.7. Das Totenreich, die Hölle
- 5.8. Der Tod
- 5.9. Das Herz
- 5.10. Der Teufel
- 5.11. Die Sünde
- 5.12. Das Auge
- 5.13. Die Hand
- 5.14. Das Zeichen metztli
- 5.15. Der Fuß und Unterschenkel
- 5.16. Der Fußabdruck, die Fußspur
- 5.17. Das Zeichen maçatl
- 5.18. Das Verb chihua „machen, tun, erzeugen, erschaffen, geschehen“
- 5.19. Das Verb maquixtia, „retten“
- 5.20. Das Verb tlatlauhtia „beten, erbitten, bitten“
- 5.21. Das Verb neltoca „glauben“
- 5.22. Immer und ewig, mochipa und cemicac
- 5.23. Huel nelli sehr wahr
- 5.24. Hier und dort
- 5.25. Das verkehrte K
- 5.26. Das stilisierte H
- 5.27. Der Eckbalken
- 5.28. Ergebnis der vergleichenden Untersuchung
- 6. Die schriftlichen Vorlagen
- 6.1. Die Autoren
- 6.2. Kommentar
- 7. Der rosa Vogel und die angemerkten Namen in der Doctrina
- 7.1. Der rosa Vogel
- 7.2. Die angemerkten Namen
- 8. Die geschichtliche Dokumentation des Ms. 399 BnF
- 8.1. Die Kinder des Mocteuhcçoma Xocoyotl
- 8.2. Zur Datierung der geschichtlichen Texte
- 9. Der Bildtext Folio 1–3r
- 9.1. Analyse und Diskussion der „Collage“
- 9.2. Pedro de Gante Cuicatzontzin
- 10. Transkription des ersten Textes des Ms. 399
- 10.1. Übersetzung des ersten schriftlichen Textes
- 10.2. Analyse des ersten schriftlichen Textes
- 11. Transkription des zweiten schriftlichen Textes des Ms. 399
- 11.1. Übersetzung des zweiten schriftlichen Textes
- 11.2. Analyse des zweiten schriftlichen Textes
- 12. Eine Zusammenführung und Auswertung beider Texte
- 12.1. Die Reisen nach Spanien
- 12.2. Die Kinder der Tecuichpotzin Isabel de Moteuhcçoma
- 12.2.1. Pedro de Gante Cano Moteuhcçoma Chalchihuatzin Tlacahuepan Cuicatzontzin
- 12.3. Der Onkel Diego
- 12.4. Diego Luis und seine Nachkommen
- 12.5. Der Hintergrund für die Manipulationen an der Doctrina
- 13. Der Anhang mit Bildzeichen
- 13.1. Die Ausrüstung eines Edelmannes
- 13.2. Die ersten Ortszeichen
- 13.3. Die christlichen Symbole
- 13.4. Die Fortsetzung der Ortszeichen
- 13.5. Das Wappen des Königs Karl I. und das Ortszeichen von Tenochtitlan
- 14. Eine weitere Addition zur Doctrina, Folio 29 bis
- 14.1. Die Zahlen
- 14.2. Das Zeichen Adlerkopf und Unterschenkel
- 14.3. Der Adler auf dem gefleckten Berg
- 14.4. Analyse des Folio 29 bis
- 15. Schlussbetrachtung
- 16. Die Doctrina und der Katechismus mit 18 Fragen zur Christenlehre in Bildern, eine Deutung, Erklärung und Übertragung der Bilder ins Nahuatl mit einer Übersetzung ins Deutsche
- 16.1. Die Doctrina
- 16.1.1. Die Beichte Folio 3v – 5r
- 16.1.2. Das Vaterunser Folio 5r–6r
- 16.1.3. Ave Maria Folio 5v–7r
- 16.1.4. Das Glaubensbekenntnis I Folio 6v–8r
- 16.1.5. Das Glaubensbekenntnis II Folio 7v–8v/9r
- 16.1.6. Die Glaubensartikel Folio 8v–14r
- 16.1.7. Die zehn Gebote Folio 14v–16r
- 16.1.8. Die fünf Gebote der Kirche Folio 16v–17r
- 16.1.9. Die Werke der Barmherzigkeit Folio 17v–20r.
- 16.1.10. Oration final Folio 19v–20r, 20v–21r
- 16.2. Der Katechismus, Fragen und Antworten Folio 22v
- 17. Die Doctrina und der Katechismus in Bildern Ms. 399 BnF, Nachzeichnungen von U. Berger
- Literatur
- Abbildungsnachweis
Uta Berger
Eine Christenlehre
in mexikanischer Bilderschrift
mit Dokumenten zur Geschichte
Mexikos
Das Manuskript Mexicain 399
der Bibliothéque Nationale de France
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Cover Design: © Olaf Gloeckler, Atelier Platen, Friedberg
ISBN 978-3-631-75801-4 (Print)
E-ISBN 978-3-631-75805-2 (E-PDF)
E-ISBN 978-3-631-75806-9 (EPUB)
E-ISBN 978-3-631-75807-6 (MOBI)
DOI 10.3726/b14225
© Peter Lang GmbH
Internationaler Verlag der Wissenschaften
Berlin 2018
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Diese Publikation wurde begutachtet.
Über das Buch
Das Manuskript 399 BnF ist eine mexikanische Doctrina Christiana in Bilderschrift. Derartige Missionsliteratur wurde von den Indianern als Gedächtnisstütze entwickelt. Die Autorin hat die Doctrina ins Nahuatl transferiert und ins Deutsche übersetzt. Sie interpretiert und vergleicht sie mit anderen Doctrinas in Bildern. Die Doctrina enthält Zusätze in Bilderschrift und als handschriftliche Texte mit persönlichen Daten des Pedro Tlacahuepan, Sohn des letzten Herrschers von Mexiko. Er und seine Nachkommen forderten gemäß dem Konzept der ‚natürlichen Herren‘ Privilegien von der Spanischen Krone ein, die auch Pedro Cano, Sohn der Isabel, einer Tochter des Herrschers beanspruchte. Mit der Gründung und den Endkämpfen um Mexiko unter Quauhtemoc endet der Bericht, der mit bekannten Daten verglichen wird.
Zitierfähigkeit des eBooks
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Das Manuskript 399 der französischen Nationalbibliothek in Paris wird im Handbook of Middle American Indians unter zwei Nummern registriert, als Testerian Manuskript Nummer 810 und als Nummer 325 unter den allgemeinen Manuskripten. Ursprünglich wurde es als eine Bilderschrift mit den Hauptgebeten der christlichen Lehre und einem Katechismus von indianischen Laienhelfern angefertigt, wahrscheinlich gedacht für den persönlichen Gebrauch der mexikanischen Gläubigen. Die Bilder dieser Doctrina werden auf ihre Bedeutung untersucht, mit anderen Dokumenten dieses Genres verglichen, in die alphabetische Schrift transferiert und eine Übersetzung aus dem Nahuatl ins Deutsche angefertigt. Auffällig ist bei der Doctrina Ms. 399 BnF die vermehrte Anzahl abstrakter und realer Zeichen, die auf grammatikalische Einzelheiten hinweisen. So geben Fußspuren kombiniert mit einem Motiv für ein Verb die zentrifugale oder zentripetale Purposivform des Verbs an. Ein stilisierter Buchstabe H entspricht der lokalen Postposition „nahe, bei“ und ein verkehrtes K hat konditionale Bedeutung, „wenn, als, da“. Auch phonetische Elemente werden eingesetzt, wie zum Beispiel ein Hirschkopf für die Silbe ma. In der vergleichenden Untersuchung ergab sich, dass in anderen Doctrinas für ma eine Hand maitl oder ein Waschbär, mapach(i)tli, in der Literatur zumeist als Maussymbol bezeichnet, benutzt wird. Diese Vielfalt von Motiven für eine Aussage spricht gegen die häufiger ausgesprochene Vermutung, dass die ersten Missionare diese Bücher herstellten oder Anteil an der Produktion dieser Gebetsbücher hatten, da ihnen eine derartige breite Sprachkenntnis zunächst versagt war. Format und Ausführung sprechen eher dafür, dass es sich um indigene Literatur mit sehr persönlicher Nutzung handelt. In der Kolonialzeit wurde ein derartiges Dokument für seinen Besitzer zum Nachweis einer sehr frühen Annahme des Christentums zu einer Zeit, als die alphabetische Schrift noch nicht eingeführt war, und ein derartiges Buch in Bildern als Lehrmittel benutzt werden konnte. Es war somit auch ein Beweis der frühen Anerkennung der spanischen Herrschaft, mit dem bestimmte Privilegien eingefordert werden konnten.
Die Doctrina in Bildern Ms. 399 erfuhr in den Jahren 1576 bis 1591 eine weitgehende Veränderung. Sie wurde in ein historisches Dokument umgewandelt, wahrscheinlich auch mit juristischer Relevanz. Das Manuskript wurde erweitert mit Nahuatltexten in alphabetischer Schrift und „Zitaten“ in Bildern, das heißt Ausschnitten aus verschiedenen Bildermanuskripten. Sie bilden eine Einführung in das vorspanische Gesellschaftssystem. Die schriftlichen Texte betref←13 | 14→fen die in der Kolonialzeit lebenden männlichen Nachkommen des Herrschers Mocteuhcçoma Xocoyotl. Sein älterer Sohn Martin Cortés Nezahualtecollotl Mocteuhcçoma, der mit einer Spanierin verheiratet war, starb in der frühen Kolonialzeit. Pedro Tlacahuepan Mocteuhcçoma war nun der einzige legitime männliche Nachkomme. An erster Stelle in der Erbfolge stand nach ihm Martin Cortés Mocteuhcçoma, der ältere Sohn des Pedro Tlacahuepan. Seinem jüngeren Sohn Diego Luis Mocteuhcçoma, der aus der Heirat mit seiner Cousine ersten Grades stammte und deswegen nach geltendem Recht illegitim war und keine Erbansprüche hatte, versuchte er Legitimität zu verschaffen. Mit dem frühen Tod Martins wurde sein Halbbruder Diego Luis der Haupterbe. Diego Luis lebte auf Geheiß des Vaters unter ärmlichen Verhältnissen in Spanien um die Belange der Familie am Spanischen Hof zu vertreten. Als er in die Erbfolge eintrat, verlegte er seinen ständigen Wohnsitz ganz nach Spanien. Mit diesem Hintergrund erklären sich die Texte in alphabetischer Schrift in der Doctrina. Kleinere Additionen betreffen Pedro Cano Moctezuma, einen Sohn der Isabel Tecuichpotzin. Sie war eine Halbschwester des Tlacahuepan. Pedro Canos Nachkommen verloren einen großen Teil ihrer Erbansprüche. Die Anmerkungen zu Pedro Cano, die in dem Dokument zu finden sind, lassen vermuten, dass zuletzt seine Nachkommen in den Besitz der Doctrina gelangten und diese für ihre Belange änderten.
Die Bedeutung der Texte im Rahmen der bekannten Familiengeschichte, ihre Vermögenssituation und ihre Ansprüche als Nachkommen des letzten mexikanischen Herrschers werden untersucht und diskutiert, um die Hintergründe der Integration der weltlichen Texte in die Doctrina zu erklären. Die Bemühungen der Familie des Pedro Tlacahuepan und seiner Nachkommen um ihre finanzielle Sicherheit und um ihren gesellschaftlichen Status fanden schließlich einen Erfolg als dieser Zweig des mexikanischen Hochadels in den europäischen Hochadel aufgenommen wurde.
Die Dokumentation wird mit einigen Bildfolgen abgeschlossen, die auf die Gründung Tenochtitlans unter Quauhtlequetzqui eingehen. Er führte die Mexica zum Adler auf den Nopalkaktus, zu dem ihnen bestimmten Siedlungsplatz. Der letzte Eintrag erinnert an die heftigen Kämpfe in Tlatelolco unter der Führung Quauhtemocs in der Endphase der Eroberung durch die Spanier.←14 | 15→
Details
- Seiten
- 256
- Erscheinungsjahr
- 2018
- ISBN (Paperback)
- 9783631758014
- ISBN (PDF)
- 9783631758052
- ISBN (ePUB)
- 9783631758069
- ISBN (MOBI)
- 9783631758076
- DOI
- 10.3726/b14225
- Sprache
- Deutsch
- Erscheinungsdatum
- 2018 (Oktober)
- Schlagworte
- Testerian Manuskripte im Vergleich Missionsliteratur Mexikanischer Adel und Privilegien der Spanischen Krone Besitz- und Erbansprüche Kaiser Karl V. und Pedro Tlacahuepan Tlaltelolco und Quauhtemoc
- Erschienen
- Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien. 2018. 256 S., 36 s/w Abb. 12 s/w Tab.
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