Identitäten und Handlungsmöglichkeiten von Kanonissen im 15. und 16. Jahrhundert
©2020
Dissertation
428 Seiten
Zusammenfassung
Diese Publikation untersucht an der Schwelle zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit in Kanonissenstiften lebende geistliche Frauen. Anhand von süddeutschen Quellen werden die Identitäten und Handlungsmöglichkeiten dieser Chorfrauen untersucht und es wird gefragt, ob sich diese in der Bedrohung durch die Reformation änderten. Dabei zeigt sich in den meisten Fällen, wie traditionsverhaftet die Stiftsdamen auch in für sie schwierigen Situationen waren und dass sie ihren geistlichen Gemeinschaften treu blieben. Untersucht werden die theoretischen Konzepte anhand von unterschiedlichsten Themengebieten, wie etwa der Kleidung der Chorfrauen, der Liturgie in den Stiften, aber auch den Beziehungen zu weltlichen Personengruppen und vielem mehr.
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Copyright
- Autorenangaben
- Über das Buch
- Zitierfähigkeit des eBooks
- Vorwort
- Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- 1. Geographischer und zeitlicher Rahmen
- 2. Forschungslage
- 3. Überlieferung und Quellenlage
- 4. Fragestellung und Aufbau der Arbeit
- 5. Theoretisch-methodische Herangehensweise
- 5.1. Identitäten
- 5.2. Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungsfindungen
- 5.3. Methode
- B. Region und Institutionen
- 1. Geschichte und Profil der Region
- 1.1. Württemberg
- 1.1.1. Grafschaft
- 1.1.2. Herzogtum
- 1.2. Die Reichsstadt Augsburg
- 1.2.1. Augsburg im Spätmittelalter
- 1.2.2. Die Kirchenspaltung in Augsburg
- 2. Geschichte der Frauenstifte in der Region
- 2.1. Regular- und Säkularkanonissen
- 2.2. Beziehungen zu geistlichen und weltlichen Mächten
- 2.3. Einordnung der Stifte St. Johannes und St. Stephan in die süddeutsche Stiftslandschaft
- 3. Oberstenfeld — St. Johannes der Täufer (regulierte/weltliche Kanonissen)
- 3.1. Geschichtlicher Überblick
- 3.2. Chorfrauen und Äbtissinnen
- 3.3. Statuten
- 4. Augsburg — St. Stephan (freiweltliches adeliges Damenstift)
- 4.1. Geschichtlicher Überblick
- 4.2. Chorfrauen und Äbtissinnen
- 4.3. Statuten
- C. Mein gotzhaẘs, desselbigen stifftůng, ordnůng, altemherkhomen und bestettigeten statůten — Ordnungen in Frauenstiften
- 1. arme fraůwen, jůnckfrawen und adelspersonen… — Identitäten
- 1.1. Die Gemeinschaft im Einklang
- 1.1.1. Die Äbtissin als Vorbild
- 1.1.2. Familiäre Bindung
- 1.1.3. Religiöse Praktiken und bindungsstiftende Traditionen — Bildung von Gemeinschaft
- 1.2. Visuelle Repräsentation
- 1.2.1. Abgrenzung durch Kleidung
- 1.2.2. Herkunft, Wappen und Familie
- 1.3. Umbrüche in der Gemeinschaft
- 1.3.1. Innerkonventuale Streitigkeiten
- 1.3.2. Konflikte mit weltlichen und geistlichen Personen
- 1.3.3. Aufnahmen und Ablehnungen
- 1.4. Stiftsaustritte
- 1.4.1. Vom geistlichen zum weltlichen Stand
- 1.4.2. Nach dem Ableben
- 1.5. Arme Jungfrauen und adlige Damen? Ein Zwischenfazit
- 2. Sie mag aůch sambt den schwestern … sich berathschlagen, etwas ordnen, desen sich aůch gebraůchen. — Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungsfindungen
- 2.1. Formale Handlungsmöglichkeiten
- 2.1.1. Handlungsfreiheiten und -möglichkeiten der Äbtissin
- 2.1.2. Das Kapitel — Ort der Entscheidung?
- 2.1.3. Äbtissinnenwahl
- 2.2. Außerstiftische Beziehungen
- 2.2.1. Beziehungen zum Bischof
- 2.2.2. Beziehungen zu weiteren geistlichen Personen
- 2.2.3. Institutionelle weltliche Beziehungen
- 2.2.4. Familiäre und private Beziehungen
- 2.3. Konfliktsituationen von außen
- 2.3.1. Reformen und Aushandlungen über Statuten
- 2.3.2. Eingriffe in die Rechte und Freiheiten
- 2.4. Die Tradition als Argument
- 2.5. Herrschaft, Macht und Freiheiten? Ein Zwischenfazit
- D. Was mir und mein gotzhaůs geschehen ist in der lůtterei — Identitäten, Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungsfindung in der durch die Reformation Bedrohten Ordnung
- 1. Das Einschleichen des neuen Glaubens — Der Fall der Chorfrau Katharina von Friedingen
- 2. Selbst- und Fremdwahrnehmung der Kanonissen in der Bedrohung
- 2.1. Arme frawen? Selbst zugeschriebene Identitäten
- 2.2. Zänkische Weiber? Von außen zugeschriebene Identitäten
- 2.2.1. Das Leben im Stift Oberstenfeld
- 2.2.2. Die Berichte der Zechpfleger von St. Stephan
- 3. Neue Handlungsfreiheiten oder Handlungszwänge?
- 3.1. Am Vorabend der Reformation
- 3.2. Am Höhepunkt der Reformation
- 3.2.1. Neue Regeln für die Stiftsgemeinschaft Oberstenfeld
- 3.2.2. Das Ultimatum in der Reichsstadt Augsburg
- 3.3. Ein Resümee über die Entscheidungsfindungen der Stiftsdamen
- 4. Prozesse nach der Reformation
- 4.1. Auflösung geistlicher Gemeinschaften — Zusammenbrechen einer Ordnung
- 4.2. Umwandlung geistlicher Gemeinschaften — Modifizierung einer Ordnung
- 4.3. Restitution geistlicher Gemeinschaften — Rückkehr zur alten Ordnung?
- E. Schlussbetrachtung
- Anhang
- 1. St. Johannes der Täufer in Oberstenfeld: Konventslisten
- 1.1. Äbtissinnen
- 1.2. Stiftsdamen
- 2. St. Stephan in Augsburg: Konventslisten
- 2.1. Äbtissinnen
- 2.2. Stiftsdamen
- Abkürzungsverzeichnis
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Abbildungen
- Abbildungsverzeichnis

Details
- Seiten
- 428
- Erscheinungsjahr
- 2020
- ISBN (Hardcover)
- 9783631818244
- ISBN (PDF)
- 9783631819296
- ISBN (ePUB)
- 9783631819302
- ISBN (MOBI)
- 9783631819319
- DOI
- 10.3726/b16840
- Sprache
- Deutsch
- Erscheinungsdatum
- 2020 (März)
- Schlagworte
- Frauen Kirche Religion Bedrohung Chorfrau Äbtissin Chorfrauen Reformation
- Erschienen
- Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. 428 S., 2 farb. Abb., 2 s/w Abb., 5 Tab.
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