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Von kolonialen Beutegeschichten, traurigen Löwen und einem Papagei namens Lorchen: Tiere im Jungen aus Duala

von Gianna Zocco (Autor:in)
20 Seiten
Open Access
Journal: literatur für leser:innen Band 47 Ausgabe 2 Erscheinungsjahr 2024 pp. 169 - 188

Zusammenfassung

Im Jungen aus Duala spielen Tiere – sowohl als fiktionale Lebewesen wie auch als semiotische Zeichen – eine wichtige Rolle. Der Beitrag ordnet diese Tierbezüge in Kontexte rund um das kolonisierte Tier, den deutschen Kolonialismus in Kamerun und (post)koloniale Alterität ein. Methodologisch angelehnt an die Cultural literary animal studies stehen drei zentrale Formationen im Vordergrund: erstens die im Roman geleistete Reflexion kolonialer Blick- und Machtverhältnisse in Szenen über das Jagen, Sammeln und Ausstellen von Tieren; zweitens die intertextuell reiche Darstellung von Löwe und Elefant im Frankfurter Zoo; und drittens die Figur des von Kamerun nach Deutschland mitreisenden Papageis, der einerseits als tierischer Akteur mit spezifischen Erfahrungen dargestellt wird und andererseits anthropomorph gelesen werden kann. Insgesamt ergänzen die Tierbezüge im Jungen aus Duala das vordergründige Narrativ der postkolonialen Erfolgsgeschichte und der Wiedergewinnung von agency in der Diaspora um eine tragischere Dimension und bringen schwer artikulierbare Erfahrungen der Entwürdigung und des Kontrollverlusts zur Sprache.

Details

Seiten
20
DOI
10.3726/lfl.2024.02.05
Open Access
CC-BY
Erscheinungsdatum
2026 (Februar)
Schlagworte
cultural literary animal studies Zoo deutscher Kolonialismus kolonisierte Tiere Dualla Misipo
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Gianna Zocco (Autor:in)

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Titel: Von kolonialen Beutegeschichten, traurigen Löwen und einem Papagei namens Lorchen: Tiere im Jungen aus Duala