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Deutsche Geschichte & Grammatik für den Deutschkurs für Englischprachige

Ein Überblick über die Geschichte Deutschlands von den Anfängen bis zum II. Weltkrieg und Grammatikübungen

Sven-Ole Andersen

Deutsche Geschichte & Grammatik für den Deutschkurs für Englischprachige bietet einen Überblick über die deutsche Geschichte in einfachen Texten und Grammatikübungen für die Lernstufen A2-B2, Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache. Es kann als Kursbuch benutzt werden oder als Zusatzmaterial. Es enthält einige Erklärungen in Englisch. Schüler und Studenten können somit ihr Wissen hinsichtlich deutscher Geschichte, Grammatik und Leseverständnis trainieren und verbessern.

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Die Weimarer Republik

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Mitten im politischen und ökonomischen Chaos fanden in Deutschland im Januar 1919 freie Wahlen statt, bei denen die Wahlbeteiligung mit über 80 Prozent erstaunlich hoch war. Zum ersten Mal durften auch Frauen ihre Stimme an den Wahlurnen abgeben. Politische Unruhen und Auseinandersetzungen waren der Grund, warum die Nationalversammlung in Weimar und nicht in Berlin tagte (Eichgrün 41–43). Daher der Name Weimarer Republik. Der Ort der Tagung war dazu symbolisch gewählt, als ein Zeichen für Humanismus, denn hier hatten die Literaten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller etwa 100 Jahre zuvor bedeutende Werke geschaffen, die sich am humanistischen Ideal des Menschen orientierten.

Die Existenz der Weimarer Republik ist durchweg von Krisen und Kämpfen gegen die neue Regierung durch extremistische Parteien und Splittergruppen gekennzeichnet. Dabei versuchten links- wie rechtsextreme Parteien andauernd die Regierung zu stürzen und die Macht zu ergreifen.

Bereits vor den Wahlen zur Nationalversammlung kam es zu Massenprotesten und zum Bürgerkrieg. Eine Regierung unter sozial←67 | 68→demokratischer Führung wurde abgelehnt. Der sogenannte Spartakusaufstand wurde vom Militär schnell niedergeschlagen. Die führenden Persönlichkeiten des Aufstandes waren die Kommunisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Beide wurden gefangen genommen und ohne offiziellen Befehl ermordet. Die Stelle, an der die Leiche von Rosa Luxemburg in den Landwehrkanal, einem Wasserkanal in Berlin, geworfen wurde, ist heute noch als Mahnort gegen totalitäre Gewalt markiert (Gietinger 28). Beide Opfer waren Wortführer, die für einen revolution...

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